Sharpe-Quotient
Der Sharpe-Quotient (oder Sharpe-Maß, Sharpe-Verhältnis; englisch Sharpe ratio) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die als ex post-Risikomaß die Überrendite eines Portfolios gegenüber dem risikofreien Zinssatz ins Verhältnis zur Volatilität setzt.
Er ist benannt nach William F. Sharpe, der ihn 1966 erstmals vorstellte. Er untersuchte die Performance von 34 Investmentfonds (englisch mutual funds) und listete sie in einer Art Rating zwischen „gut“ und „schlecht“ auf. Neun Jahre später wiederholte und verfeinerte er seine Untersuchungen. Die Kennzahl wird im Portfoliomanagement und Risikomanagement verwendet.
Mit dem Sharpe-Quotienten kann die vergangene Wertentwicklung von Kapitalanlagen miteinander verglichen werden. Der Sharpe-Quotient bemisst die Überrendite pro Einheit des übernommenen Risikos. Maß für das Risiko ist die Volatilität der Renditen, wobei in die Berechnung der Volatilität alle Renditen eingehen (also auch diejenigen Renditewerte, die unterhalb des risikofreien Zinses liegen: Minderrendite).
- ↑ Manfred Berger: Effiziente Kursabsicherung festverzinslicher Wertpapiere mit Finanzterminkontrakten. Springer, 2013 (Volltext in der Google-Buchsuche).
- ↑ William F. Sharpe, Mutual Fund Performance, in: The Journal of Business 39 (1), 1966, S. 119–138 (englisch)
- ↑ William F. Sharpe, The Sharpe Ratio, in: Journal of Portfolio Management 21 (1), 1975, S. 49–58 (englisch)