Sicherheitsverhalten

Unter Sicherheitsverhalten (englisch safety seeking behaviour) versteht man in der Verhaltenstherapie diejenigen Verhaltensweisen, die zur Aufrechterhaltung von Befürchtungen beitragen, ohne dass diese Befürchtungen eintreten. Der Begriff stammt von Paul Salkovskis (1991), der ursprünglich drei Kategorien unterschied:

  • Situative Vermeidung: Die Betroffenen vermeiden Situationen, in denen sie eine negative Konsequenz befürchten.
  • Flucht: Verlassen der Situation, sobald Angst auftritt.
  • Subtile Vermeidung: Verhaltensweisen, die eine befürchtete Katastrophe abwenden sollen.

Einige Autoren unterscheiden jedoch Vermeidungsverhalten von Sicherheitsverhalten. Sicherheitsverhalten soll gefürchtete Konsequenzen abwenden oder verringern und damit die Bedrohlichkeit einer Situation reduzieren, wenn man bereits in der Situation ist, die man normalerweise vermeidet. Die ursprüngliche Bedeutung hat sich insoweit verändert, dass inzwischen unter Sicherheitsverhalten zwei Dinge verstanden werden:

  • Vorbereitung auf schwierige Situationen, um zu verhindern, dass Angst auftritt
  • Strategien, um die Wahrscheinlichkeit von befürchteten Konsequenzen zu verringern.
  1. 1 2 Thomas Lang, Sylvia Helbig-Lang, Dorte Westphal, Andrew T. Gloster, Hans-Ulrich Wittchen: Expositionsbasierte Therapie der Panikstörung mit Agoraphobie: Ein Behandlungsmanual. Hogrefe Verlag, 2011, ISBN 978-3-8409-2341-8, S. 15 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. 1 2 Kristin Mitte, Thomas Heidenreich, Ulrich Stangier: Diagnostik bei Sozialen Phobien (= Kompendien psychologische Diagnostik. Band 9). Hogrefe, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8017-2043-8, S. 46 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Anne Boos: Kognitive Verhaltenstherapie nach chronischer Traumatisierung. Ein Therapiemanual. 2. Auflage. Hogrefe, Göttingen 2014, ISBN 978-3-8017-2316-3, S. 203 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche