Sinisierung

Sinisierung bezeichnet das Anpassen an den chinesischen Charakter, die Gegebenheiten und Erfordernisse Chinas, dass etwas an chinesische Verhältnisse angepasst, auf sie zugeschnitten wird. Als Sinisierung wird manchmal auch die Annahme bezeichnet, dass alle nicht-Hàn-Völker auf dem Gebiet Chinas von der hàn-chinesischen Kultur assimiliert werden, weil die hàn-chinesische Kultur auf jeden Eroberer (darunter Mongolen und Mandschuren) eine derartige Anziehungskraft ausübe, dass diese sich mehr oder weniger an die Kultur der Hàn anpassen würden. Der Begriff und seine Anwendung sind umstritten.

  1. Dominique Schirmer: Soziologie und Lebensstilforschung in der Volksrepublik China. Perspektiven einer Mikrotheorie gesellschaftlichen Wandels. Bielefeld: transcript, 2015; S. 99.
  2. Schirmer 2015 S. 104.
  3. Marc André Matten: Die Grenzen des Chinesischen. Nationale Identitätsstiftung im China des 20. Jahrhunderts. Wiesbaden: Harrassowitz, 2009; S. 178.
  4. Matten 2009 S. 185.
  5. Ge Zhaoguang: Zentrum und Peripherien in der chinesischen Geschichte. Dynamische Grundlagen des heutigen China. Übersetzung: Maja Linnemann. Frankfurt: Campus, 2024; S. 106.