Sinnesqualität
Im Unterschied zur Sinnesmodalität bezeichnet man als Sinnesqualität jeweils ein Subsystem der verschiedenen Modalkreise, so z. B. die verschiedenen Farbtönungen bei optischen Wahrnehmungen oder die verschiedenen Gerüche bei olfaktorischen Wahrnehmungen. Anstelle von Wahrnehmungen bei den fünf klassischen Sinnen (Modalkreisen) erscheint es bei den Sinnesqualitäten angebracht, von Empfindungen zu sprechen. Ausgelöst werden beide nervöse Sinnesimpulse durch einen spezifischen Reiz, etwa durch Licht in einem bestimmten Wellenlängenbereich. Häufig bestehen jedoch intersubjektive Schwankungen der Wahrnehmung. Weinkenner sind z. B. durch eine bemerkenswert feinsinnige und komplexe Geschmacksempfindungen charakterisiert, die nicht nur auf den Geschmacksqualitäten süß, sauer, salzig und bitter beruhen. Geruch und Geschmack sind beim Essen und Trinken gemeinsam beteiligt. Die Wahrnehmung dieser Reize ist daher nicht als einheitlich aufzufassen, auch wenn es vergleichbare Bedingungen bei Rezeptoren, Leitungsbahnen und Zentren der einzelnen klassischen Sinnesleistungen gibt.
- ↑ Sinnesqualität In: Markus Antonius Wirtz. (Hg.): Dorsch - Lexikon der Psychologie. 16. Auflage, Verlag Hans Huber, Bern, 2013, ISBN 978-3-456-85234-8; online
- ↑ Sinnesqualität. In: Norbert Boss (Hrsg.): Roche Lexikon Medizin. 2. Auflage. Hoffmann-La Roche AG und Urban & Schwarzenberg, München 1987, ISBN 3-541-13191-8, S. 1580.
- ↑ Sinnesqualitäten. In: Lexikon der Biologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1999, spektrum.de
- ↑ Weinkenner. In: Philip G. Zimbardo, Richard J. Gerrig: Psychologie. Pearson, Hallbergmoos bei München 2008, ISBN 978-3-8273-7275-8, S. 135 f.