Sirtuine
Sirtuine, auch Sir2-like Proteine, sind eine Familie multifunktionaler Enzyme aus der Gruppe der Histon-Deacetylasen (HDAC, EC 3.5.1.98). Sie kommen hoch konserviert in allen Lebewesen wie Bakterien, Hefen, Würmer, Insekten, Säugetiere einschließlich Menschen sowie in Viren vor. Während die meisten einfachen Organismen – wie Bakterien – nur eines oder wenige Sirtuine besitzen, haben Hefen vier und der Mensch sieben verschiedene dieser Enzyme.
Der Name Sirtuin leitet sich vom Gen Sir2 (silent mating type information regulation 2) aus Hefe ab, das für die zelluläre Regulation verantwortlich ist.
Die Histon-Deacetylasen der Klasse III wirken auf acetylierte Lysinreste in Proteinsubstraten wie z. B. Histonproteinen ein und deacetylieren diese über einen NAD+-abhängigen Mechanismus. Neuere Untersuchungen zeigten jedoch, dass sie auch andere Acylreste wie Myristoyl und Palmitoyl entfernen können und deshalb als Deacylasen bezeichnet werden sollten. Des Weiteren ist für humane Sirtuine – mit Ausnahme von Sirt4 – ein zweiter Katalysemechanismus beschrieben worden, die ADP-Ribosylierung (EC 2.4.2.31). Dieser wird für die Regulierung von Alterungsvorgängen, Transkription, Apoptose und Stressresistenz verantwortlich gemacht.
- ↑ Eintrag zu Sirtuine. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 4. September 2013.
- ↑ Bernd Kleine-Gunk: Resveratrol. Schlüssel für ein langes Leben?. In: Pharmazeutische Zeitung. 29/2007.
- ↑ Poonam Bheda, Hui Jing, Cynthia Wolberger, Hening Lin: The Substrate Specificity of Sirtuins. In: Annual Review of Biochemistry. 85, 2016, S. 405, doi:10.1146/annurev-biochem-060815-014537.
- ↑ R. A. Frye: Phylogenetic classification of prokaryotic and eukaryotic Sir2-like proteins. In: Biochem. Biophys. Res. Commun. Band 273, 2000, S. 793–798. PMID 10873683.
- ↑ Eva Bober: Können Sirtuine den Alterungsprozessen entgegenwirken? Forschungsbericht 2008, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung.