Skisprungsaison 1964/65

Der Artikel über die Skisprungssaison 1964/65 ist eine Übersicht zu den wichtigsten Skisprungwettbewerben der Wintersportsaison 1964/65. Damals organisierte der internationale Ski-Verband Fis noch keine Wettkampfserie wie den Weltcup. Als Sprungläufe der höchsten Klasse sind dennoch einige Wettkämpfe hervorzuheben. So waren in dieser Saison die Vierschanzentournee, die Salpausselkä-Skispiele in Lahti, das Holmenkollen-Skifestival in Oslo sowie die Skiflug-Woche in Bad Mitterndorf die herausragenden Wettbewerbe im Skispringen. Unter den weiteren Springen hatten die Schweizer Springertournee sowie das Springen in Le Brassus eine große internationale Beteiligung. Politische und entfernungstechnische Themen machten sich auch im Skispringen bemerkbar. So war die komplette Weltelite bei internationalen Wettkämpfen in den sozialistischen Staaten oder den USA selten versammelt.

Beim Holmenkollen-Skifestival in Oslo sollen zwischen 60.000 bis 100.000 Menschen den Wettkampf verfolgt haben, darunter die norwegische Königsfamilie um König Olav V. und Kronprinz Harald. Sie wurden Zeugen eines neuen Schanzenrekords auf dem Holmenkollbakken: Lars Grini erzielte mit einer Weite von 89 Metern einen neuen Bestwert. Auf dem Kulm flog Peter Lesser eine Woche später mit seinem Satz auf 145 Meter am dritten Wettkampftag zu einem neuen Weltrekord. Zuvor war er bereits 147 Meter weit gesprungen, doch hatte der DDR-Sportler den Sprung aufgrund einer Unebenheit im Aufsprunghang nicht gestanden.

Zu den erfolgreichsten Athleten des Winters zählte der Norweger Torgeir Brandtzæg. Der damals 23-Jährige gewann die Vierschanzentournee und den Spezialsprunglauf der Salpausselkä-Spiele. Zudem war er auch bei weiteren internationalen Wettkämpfen sowie beim Großschanzen-Wettbewerb der norwegischen Meisterschaften siegreich. Beim Holmenkollen-Skifestival wurde Brandtzæg Fünfter. Mit seinem Sieg in Oslo sowie weiteren starken Auftritten war auch der DDR-Sportler Dieter Neuendorf einer der besten Skispringer der Saison. Der amtierende Olympiasieger Toralf Engan verpasste einen Sieg bei den bedeutendsten Wettbewerben. Allerdings gewann er im Saisonverlauf mehrere Springen. Besonders auf seiner Übersee-Tournee dominierte er die Konkurrenz. Die Skisprung-Weltrangliste führte Torgeir Brandtzæg vor Bjørn Wirkola an. Sie wurde vom Tschechoslowaken Vladimír Pácl erstellt, der zum damaligen Zeitpunkt Mitglied des Langlaufkomitees des internationalen Skiverbands FIS war.

Die Skisprung-Saison verzeichnete im März ein tragisches Ereignis. Beim Wettkampf im jugoslawischen Planica verlor Jože Tolar in der Luft die Balance und schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf. Er erlag seinen schweren Verletzungen im Alter von 19 Jahren später in einem Krankenhaus in Jesenice.

  1. 1 2 Geschlagene Skandinavier. In: Der Bund. 15. März 1965, Seite 9. Abrufbar unter: e-newspaperarchives.ch.
  2. Dieter Neuendorf auf Recknagels Spuren. In: Passauer Neue Presse. 15. März 1965. Abrufbar unter: daten.digitale-sammlungen.de.
  3. Dieter Neuendorf Holmenkollensieger. In: Neues Deutschland. 15. März 1965, Seite 4.
  4. Nesten Kollen-seier til Grini. In: Firdaposten. 16. März 1965, Seite 2. Abrufbar unter: nb.no (norwegisch).
  5. Lessers Welrekordsprung begeisterte die Zuschauer. In: Neues Deutschland. 23. März 1965, Seite 8.
  6. Skiflug-Weltrekord durch Peter Lesser: 145 m. In: Passauer Neue Presse. 23. März 1965. Abrufbar unter: daten.digitale-sammlungen.de.
  7. 145 Meter! Neuer Weltrekord im Skifliegen. In: Der Bund. 22. März 1965, Seite 17. Abrufbar unter: e-newspaperarchives.ch.
  8. 1 2 Weltranglisten für nordische Disziplin. In: Der Bund. 21. Oktober 1965, Seite 9. Abrufbar unter: e-newspaperarchives.ch.
  9. Todessturz auf der Planica-Schanze. 19jähriger Skispringer verunglückt. In: Der Bund. 9. März 1965, Seite 7. Abrufbar unter: e-newspaperarchives.ch.
  10. Død etter fall. In: Østlands-posten. 10. März 1965, Seite 1. Abrufbar unter: nb.no (norwegisch).