Slawophilie
Slawophilie (russisch славянофильство Slawjanofilstwo) entstand als intellektuelle Bewegung im Russland des 19. Jahrhunderts und verfolgte die Absicht, die zukünftige Entwicklung des Landes auf Werte und Institutionen zu gründen, die aus der frühen Geschichte Russlands abgeleitet waren. Zu den Begründern der Bewegung gehörten der Religionsphilosoph Alexei Chomjakow, die Brüder Iwan und Konstantion Aksakow sowie Iwan Kirejewski. Ihre Interessengebiete waren breitgefächert und umfassten Philosophie, Geschichte, Philologie und Folklore; doch alle vertraten die Ansicht, dass Russland nicht Westeuropa als Modell für seinen Modernisierungsprozess nehmen sollte, sondern sich in seiner künftigen Entwicklung am Verlauf seiner eigenen Geschichte orientieren sollte. Als Gegensatz zur Slawophilie erschien zu jener Zeit „Slawophobie“ oder die von Iwan Aksakow so bezeichneten „Westler“.