Ṣolubba
Die Ṣolubba oder auch Ṣleb (arabisch: صلوبة oder صليب, DMG Ṣolubba oder Ṣleb) waren oder sind eine durch die sie umgebende Majorität in die Inferiorität gedrängte Gruppe, die auf der nördlichen Arabischen Halbinsel und bis zum südlichen Fruchtbaren Halbmond von der Jagd und vom Dienstleistungsnomadismus lebt bzw. lebte. Den letzten bekannten Kontakt (1956) hatte der österreichische Ethnologe Walter Dostal mit den Ṣolubba in Kuwait. Nach ihm stehen die Ṣolubba auf der letzten Stufe des beduinischen Rangordnungssystems und nehmen damit den Platz einer verachteten Kaste (Paria) ein. Frühere Reisende sahen in der Gruppe gewisse Parallelen zu den in „Europa umherziehenden Zigeunern“ und der Ethnologe Bernhard Streck konstatiert einen Bezug zu den „Orientzigeunern“.
- ↑ Dostal, W.: Die Ṣulubba und ihre Bedeutung für die Kulturgeschichte Arabiens, in Archiv für Völkerkunde, Band XI, Wien und Stuttgart 1956.
- ↑ Pieper, W.: Der Pariastamm der Ṣlêb, in Le Monde Oriental, Band XVII, Uppsala [u. a.] 1923, S. 40
- ↑ Streck, B.: Zigeuner – Geschichte und Kultur, München 2010 [bisher unveröffentlicht], S. 284