Sommerloch

Das Sommerloch ist eine Bezeichnung in Bezug auf die Massenmedien, besonders der Tagespresse und der Nachrichtenagenturen, für eine nachrichtenarme Zeit, die vor allem durch die Sommerpause der politischen Institutionen und Sport-Ligen, ferner auch der kulturellen Einrichtungen bedingt ist.

Viele Politiker befinden sich im Sommerurlaub; es finden weniger politisch relevante Ereignisse und Termine statt. Sportvereine haben in dieser Zeit keine bedeutsamen Spiele oder Wettkämpfe. Der Nachrichtenumsatz der Presseagenturen geht daher spürbar zurück. In dieser in der Regel nachrichtenarmen Zeit berichten die Medien dann auch über Ereignisse und Personen, für die sonst keine Sendezeit und kein Platz in den Zeitungen wäre, oder vermelden häufiger vermeintliche Sensationsmeldungen ohne Nachrichtenwert – wie beispielsweise 2010 die über Twitter gepushte lokale Berichterstattung über einen vandalierten Blumenkübel –, die sich eventuell als Zeitungsenten entpuppen. Ebenso nutzen Lobbyisten und sogenannte Hinterbänkler das Sommerloch teilweise, um sich mit eigenen Themen ins Gespräch zu bringen.

In ähnlicher Bedeutung wird der früher entstandene Ausdruck Sauregurkenzeit gebraucht.

  1. Nach Lokal-Meldung aus Münster: Blumenkübel wird Twitter-Star. In: taz, 5. August 2010: „Das Sommerloch scheint auch Twitter erreicht zu haben.“
  2. Lena Jakat: Der Blumenkübel aus Neuenkirchen: Scherben bringen Klicks. Süddeutsche Zeitung, 7. August 2010: „Das Sommerloch ist verschwunden – der Redakteur einer Münsteraner Lokalzeitung hat es mit einem zerbrochenen Blumenkübel gestopft.“
  3. Sommerloch: Ableben eines Blumenkübels dokumentiert – Twitter-Gemeinde feiert Kübel als Internet-Star. (Memento vom 24. April 2013 im Internet Archive) In: Netzwelt, 6. August 2010: „Der Höhepunkt des Sommerlochs ist erreicht: Ein Blumenkübel aus dem Münsterland bringt es zum Internet-Star.“
  4. Wort des Tages – Lexikon: Das Sommerloch. (Memento vom 11. August 2011 im Internet Archive) In: Spiegel Online, 31. Juli 2008.