Soziale Sanktion
Soziale Sanktionen beschreiben soziales Handeln, mit dem das Handeln anderer bewertend beantwortet wird. Sie können verbal (in Worten) dargestellt oder in entsprechenden Gesten (bewertend) geäußert werden. Während „Sanktionen“ im alltäglichen Sprachgebrauch hauptsächlich als Versuche verstanden werden, das Handeln anderer zu beeinflussen (etwa in der Erziehung), wurden in der Soziologie zusätzlich noch die Stärkung der Normgeltung und die Grenzerhaltung in sozialen Gruppen als Leistungen der Sanktion thematisiert.
In der Soziologie werden positive und negative Sanktionen, jedoch auch spezifische und unspezifische Sanktionen unterschieden. Negative Sanktionen sind Strafen, positive sind Belohnungen bzw. Bestätigungen des Handelns. Spezifische Sanktionen sind offene, als solche ausgesprochene, nichtspezifische Sanktionen können diffus und subtil sein und erlauben dem Sanktionierenden, im Konfliktfall einen Rückzug in die Darstellung, man habe doch gar nicht sanktioniert.
- ↑ Vgl. Ralf Dahrendorf, Homo Sociologicus. Ein Versuch zur Geschichte, Bedeutung und Kritik der Kategorie der sozialen Rolle, [1965], 16. Aufl. 2006, VS Verlag Wiesbaden, ISBN 978-3-531-31122-7.
- ↑ Vgl. Heinrich Popitz, Die normative Konstruktion von Gesellschaft, Tübingen 1980.