Sozialtourismus (politisches Schlagwort)

Das politische Schlagwort Sozialtourismus beschreibt abwertend die These einer Einwanderung, welche anscheinend erfolgt, um die im Zielland üblicherweise deutlich höheren Sozialleistungen zu beziehen. Es wurde in Deutschland von einer fünfköpfigen Jury zum Unwort des Jahres 2013 bestimmt.

Die Jury begründete ihre Entscheidung dahingehend, dass das Grundwort „Tourismus“ suggeriere, die Zuwanderung aus Not sei „eine dem Vergnügen und Erholung dienende Reisetätigkeit“. Aus Sicht der fünf Juroren sei mit dem Begriff „gezielt Stimmung gegen unerwünschte Zuwanderer, insbesondere aus Osteuropa“, gemacht worden. Die Jury führte in ihrer Begründung aus, den Begriff „Sozialtourismus“ habe der Staatssekretär Günter Krings (CDU) aus dem Bundesministerium des Innern neu in Umlauf gebracht und die Deutsche Presse-Agentur dpa habe das Wort verwendet.

Dabei stehe das Unwort des Jahres in Zusammenhang mit weiteren Wörtern wie „Armutszuwanderung“ sowie „Freizügigkeitsmissbrauch“.

Das semantisch ähnliche Wort Armutseinwanderung wurde 2013 bei der Festlegung Wort des Jahres in Deutschland auf Platz drei gesetzt.

  1. „Sozialtourismus“ zum „Unwort des Jahres 2013“ gewählt. In: welt.de. Die Welt, 14. Januar 2014, abgerufen am 16. Januar 2014.