Spagyrik

Spagyrik (aus dem Griechischen von spao „(heraus)ziehen, trennen“ und ageiro „vereinigen, zusammenführen“), lateinisch auch Ars spagyrica und Alchemia spagyrica genannt, war ursprünglich bei Paracelsus der wichtigste Grundsatz alchemistischer Arzneibereitung, seit dem 18. Jahrhundert gleichbedeutend mit Alchemie. Im Wesentlichen soll hierbei durch das Trennen und Wiedervereinigen von Wirkprinzipien einer Droge eine Wirkungssteigerung erzielt werden. Pflanzliche, mineralische und tierische Ausgangssubstanzen werden nach alchemistischer Verfahrensweise zu Spagyrika (Einzahl: Spagyrikum) verarbeitet. Nach diesem Prinzip werden auch heute noch vereinzelt arzneiliche Zubereitungen hergestellt.

  1. Vgl. etwa Friedrich v. Zglinicki: Die Uroskopie in der bildenden Kunst. Eine kunst- und medizinhistorische Untersuchung über die Harnschau. Ernst Giebeler, Darmstadt 1982, ISBN 3-921956-24-2, S. 151.
  2. Axel Helmstädter: Spagyrische Arzneimittel. In: Wolf-Dieter Müller-Jahnke, Jürgen Reichling (Hrsg.): Arzneimittel der Besonderen Therapierichtungen. Historische Grundlagen und heutige Anwendung. Haug Verlag, Heidelberg 1996, ISBN 3-7760-1532-2, S. 136–137.