Spanischer Kolonialstil

Der spanische Kolonialstil, auch spanische Kolonialarchitektur genannt, spiegelt den Einfluss des spanischen Kolonialreichs auf seine Kolonien wider und prägte sowohl Gebäude als auch Stadtplanung in Lateinamerika nachhaltig. Zwischen dem 16. und frühen 19. Jahrhundert entwickelte sich ein Stil, der europäische (vor allem spanische) Traditionen mit indigenen Elementen verband und regional unterschiedliche Ausprägungen annahm, insbesondere in Mexiko und Peru. Während zunächst einfache, funktionale Bauweisen dominierten, wurden später zunehmend aufwendige Verzierungen eingesetzt. Im 17. und 18. Jahrhundert setzte sich der Barock durch, teilweise in extrem dekorativer Form wie dem Churriguerismus, bevor im späten 18. Jahrhundert der Neoklassizismus die Epoche beendete. Trotz aller Ornamentik blieb ein Grundprinzip solider, massiver Bauweise erhalten, wie es etwa in den erhaltenen Missionskirchen sichtbar ist.

  1. Spanish colonial art and architecture, Columbia Electronic Encyclopedia6, 2021, S. 1–2. (englisch)