Spinnwarze

Spinnwarzen sind die Ausführorgane der Webspinnen für ihre in den Spinndrüsen synthetisierte Spinnenseide. Die extrem beweglichen meist mehrgliedrigen Anhänge im vierten und fünften Hinterleibssegment waren in ursprünglich vier Paaren vorhanden, aber bei den meisten rezenten Arten sind sie zu je drei oder zwei Paaren angeordnet. An den Spitzen sitzen die Spinnspulen, die eigentlichen Ausscheidungsorgane für die Seide, auf beweglichen Platten. Vier Paar Spinnwarzen sind nur noch bei den Gliederspinnen vorhanden.

Die Spinnwarzen werden wie die Extremitäten hauptsächlich durch Beugemuskulatur bewegt, während die Streckung durch den Hämolymphdruck geschieht. Die Muskeln setzen an den Gelenkhäuten an und durchziehen die gesamte Spinnwarze, um die Spinnspule zu bewegen. Dadurch können die Spinnwarzen auseinandergeklappt werden, für die Ansatzpunkte eines Fadens, Drehbewegungen vollführen, und auf und ab bewegt werden. Der Hinterleib ist ebenfalls beweglich, was den Aktionsradius der Spinnwarzen vergrößert.