Ständerbauweise
Die Ständer-, Geschoss- oder Gefügebauweise ist eine Form des Fachwerkbaus, bei der gebäudehohe Ständer das tragende System eines Gebäudes bilden, indem sie durchgehend von der Schwelle bis zum Dach reichen und die Seitenwände von einem oder mehreren Geschossen bilden. Im Gegensatz zur neueren Stockwerkbauweise ist die Position der Ständer also auf allen Geschossen gleich, wodurch weniger Variationen in der Fassaden- und Grundrissgestaltung möglich sind. Die Deckenbalken werden zwischen zwei gegenüberstehenden Ständern „eingeschlossen“, das heißt an beiden Enden in die Ständer eingezapft oder mit diesen überblattet. Teilweise liefen auch die Riegel über die Wandbreite durch und wurden mit den Ständern überblattet.
Zusammen mit dem Stockwerkbau, dem Blockbau und den neueren Varianten Rahmenbau, Skelettbau und Tafelbau, zählt der Ständerbau zu den grundlegenden Holzbausystemen. Die Konstruktion besteht traditionell aus Holz, kann jedoch auch aus Stahl hergestellt werden.
Firstständerbauten haben Pfettendächer mit Ständern, die bis zum First durchgehen (Firstsäulen).
- ↑ Dietmar Grütze: Bau-Lexikon. Carl Hanser Verlag, München 2007, ISBN 978-3-446-40472-4, S. 256.
- ↑ Otto Warth: Die Konstruktionen in Holz. Sechste verbesserte und vervollständigte Auflage. J. M. Gebhardt’s Verlag, Leipzig 1900 (Nachdruck: Th. Schäfer, Hannover 1994, ISBN 3-88746-019-7), Seite 51. Taf. 2.
- ↑ Fachwerk. In: urbs-medievalis.dd
- ↑ Michael Willhard: Bauten für die Ewigkeit - Ein Plädoyer für ökologisches Bauen mit Lehm und Holz., Abschnitt Stockwerkbau, 11.11.2016. In: pt-magazin.de
- ↑ Wie man Fachwerk restauriert, Podcast SWR Handwerkskunst, 19 April 2022
- ↑ Josef Kolb: Systembau mit Holz. Baufachverlag AG, Zürich 1992, ISBN 3-85565-226-0, S. 15.