Staatliche Akademie für Kunst und Kunstgewerbe Breslau

Die Staatliche Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau ging im Jahr 1911 aus der am Kaiserin-Augusta-Platz bereits 1791 gegründeten Königlichen Kunst- und Gewerbeschule hervor und war zu ihrer Zeit eine bedeutende Kunstakademie in Preußen. Ihr erster Direktor war Hans Poelzig, unter dem die Schule den Rang einer Akademie erhielt und nun Königliche Kunst- und Gewerbeakademie hieß.

Infolge der 2. Preußischen Notverordnung wurde die Akademie am 1. April 1932 geschlossen. Nach der Schließung wurde der Unterricht in Meisterateliers für rund ein Jahr weitergeführt. Im April 1933 wurde in der Presse über einen Entschluss des nationalsozialistischen preußischen Kultusministers Bernhard Rust berichtet, nach dem die „fünf Meisterateliers der Malerei und Bildhauerei“ mit der „Baufakultät der Technischen Hochschule“ sowie dem kunsthistorischen Seminar und dem Archäologischen Institut der Universität Breslau zu einer „Groß-Akademie“ zusammengefasst werden sollten. Ziel dieser ungewöhnlichen fachlichen Bündelung sollte sein, „dem jungen Künstler eine bessere und wissenschaftliche Schulung, dem jungen Kunsthistoriker eine gründlichere Kenntnis der praktischen Künste und dem Architekten wieder die Eingliederung in die gestaItende Kunst und Lösung von der normierenden Ingenieurtechnik“ zu ermöglichen.

  1. Ostdeutsche Bau-Zeitung, 31. Jahrgang 1933, Nr. 17 (vom 27. April 1933), S. 168.