Stadtmauer Philipps II. August (Paris)
Die Stadtmauer Philipps II. war ein ab dem Ende des 12. Jahrhunderts errichtetes Befestigungssystem von Paris. Diese zweite mittelalterliche Stadtmauer ist die älteste, deren genauer Verlauf bekannt ist.
Zu kleinen Teilen in spätere Bauten integriert, gibt es von dieser Stadtmauer mehr Überreste als von allen späteren Stadtbefestigungen, also der Stadtmauer Karls V. und der Stadtbefestigung Ludwigs XIII., die nach 1670 durch die Grands Boulevards ersetzt wurden, sowie der Mauer der Generalpächter und der Thiersschen Stadtbefestigung, die den Verlauf der Boulevards des 19./20. Jahrhunderts vorbestimmten.
Der Einfluss der Stadtmauer Philipps II. ist weniger sichtbar, aber nicht weniger bedeutend für die Stadtentwicklung von Paris:
- Auf der Rive Droite entwickelten sich im Mittelalter die innerstädtischen Viertel ausgehend von den entlang der Stadtmauer angelegten Straßen, was an der Ausrichtung des Straßennetzes, namentlich an der Rue Jean-Jacques-Rousseau und ihren Parallelstraßen im Verhältnis zur Rue Saint-Honoré erkennbar wird, die sich von der Rue Tiquetonne zur Rue des Francs-Bourgeois krümmt, sowie auch an der senkrecht zur Seine laufenden Rue des Jardins-Saint-Paul, wo die alte Stadtmauer noch sichtbar ist.
- Auf der Rive Gauche spiegelt sich der Mauerverlauf in den auf ihren ehemaligen Gräben (fossés) gebauten Straßen wider, namentlich der Rue des Fossés-Saint-Bernard, der Rue des Fossés-Saint-Jacques und der Rue Monsieur-le-Prince, die früher den Namen Rue des Fossés Monsieur le Prince trug.