Stahlbronze
Die sogenannte Stahlbronze oder Uchatiusbronze ist ein von Franz von Uchatius entwickeltes Verfahren zur Erzeugung von Hartbronze, die insbesondere in der Österreichisch-Ungarischen Artillerie verwendet wurde. Mit dieser Geschützbronze konnte Uchatius Geschütze herstellen, die ähnlich leistungsfähig, aber erheblich preiswerter waren als vergleichbare Geschütze aus Stahl. Auch machte diese Entwicklung Österreich bei der Geschützerzeugung vom Ausland unabhängig.
Das erste Geschütz aus Uchatius-Bronze wurde 1874 gegossen. Bald war die gesamte Österreichisch-Ungarische Feldartillerie mit Geschützen aus diesem Material ausgestattet. Die Stahlbronze galt zum Zeitpunkt seiner Entstehung als äußerst fortschrittliches Material und Geschützrohre aus Stahlbronze waren den klassischen Geschützrohren aus Bronze deutlich überlegen. Im Ersten Weltkrieg war die Stahlbronze als Werkstoff für Geschützrohre technisch überholt.
Von der Stahlbronze ist das sogenannte Uchatius-Verfahren zu unterscheiden. Beim Uchatius-Verfahren geht es um die Herstellung von Stahl, während Stahlbronze hingegen Bronze ist, die stahlähnliche Eigenschaften aufweist.
Ebenfalls als Stahlbronze wird ein Werkstoff aus Sondermessing bezeichnet. Die Sondermessinge werden bisweilen fälschlicherweise als Bronzen bezeichnet. Diese Legierungen haben einen Kupferanteil von durchaus unter 60 %, Bronze hat per Definition mindestens 60 % Kupferanteil. Der Werkstoff mit der Werkstoffnummer 2.0596.01 wurde Stahlbronze wegen seiner hohen Festigkeit genannt. Der Kupferanteil beträgt aber 55–66 %.
- ↑ Das Militär und der Aufbruch 1860–1890. S. 236; books.google.at
- ↑ Manfred Reinschedl: Die Aufrüstung der Habsburgermonarchie von 1880 bis 1914 im internationalen Vergleich, Verlag P. Lang, 2001, ISBN 978-3-631-36924-1, S. 116, 121
- ↑ Otto Mies: Metallographie: Grundlagen und Anwendungen. Ausgabe 3., Springer-Verlag, 1949; Reproduktion: ISBN 978-3-662-30719-9, S. 51 books.google.de
- ↑ H. Keller, K. Eickhoff: Kupfer und Kupferlegierungen. Ausgabe 3. Springer-Verlag, 1955; Reproduktion: ISBN 978-3-642-87249-5, S. 37; books.google.de
- ↑ Horst Hentze: Gestaltung von Gußstücken, Springer-Verlag, 1969, ISBN 978-3-662-11868-9, S. 52–53 books.google.de