Steinabreibung
Steinabreibung (chinesisch 榻本, Pinyin Tàběn) ist das Verfahren und das Produkt (dieses selber wird auch etwas ungenau Steinabklatsch genannt) einer seit vielen Jahrhunderten in Ostasien (bes. in China und Korea) geübten Übertragung einer Steinritzung, Steingravur oder eines Reliefs mittels Farbpigment auf Papier. Die Methode der Abreibung auf Papier, die als Vorläuferin des Holzschnitts und der Buchdruckerkunst in Ostasien gilt, dient in modifizierter Form auch zur Abbildung künstlerischer Oberflächenbearbeitungen auf anderen Materialien (Bronze, Jade, Holz).
Im Gegensatz zum Druck kommt bei der Abreibung das Original nicht mit Farbe in Berührung, die Kopie ist seitenrichtig und muss außerdem immer von Hand angefertigt werden.
Die Steinabreibung wird in Ostasien nicht nur als (ein im weitesten Sinn graphisches) Verfahren, sondern mindestens seit der Ming-Dynastie als eigenständige Kunstgattung betrachtet. Im Westen ist man hierüber geteilter Meinung.
- ↑ Robert Henry Mathews: Chinese-English Dictionary. Shanghai 1931, American repr. Cambridge 1943, Zeichen-Nr. 5968.
- ↑ Auch 拓本 Taběn, Mathews: Chinese-English Dictionary, Zeichen-Nr. 6460.
- ↑ In modernen Wörterbüchern 拓片 Tapiàn (vgl. Wilfried Fuchsenberger: Chinesisch-deutsches Universalwörterbuch. Verl. f. Fremdsprachige Literatur. Beijing 2001.).
- 1 2 Lexikon der Kunst. Neubearbeitung. Leipzig 1994. Bd. 7, S. 24.
- 1 2 Gerhard Pommeranz-Liedtke: Die Weisheit der Kunst. Chinesische Steinabreibungen. Leipzig 1963.
- ↑ Roger Goepper: Kalligraphie, in: Werner Speiser: Chinesische Kunst: Malerei, Kalligraphie, Steinabreibungen, Holzschnitte. Atlantis Verlag 1965.