Steinkonservierung

Unter dem Begriff Steinkonservierung werden Maßnahmen verstanden, die dem Zweck dienen, den Zustand eines verwitterten oder auf sonstige Weise geschädigten Kunst- und Natursteins zu bewahren, zu erhalten bzw. konservieren. Die Verwitterung ist fast immer das Ergebnis einer chemischen und physikalischen Wechselwirkung von Wasser mit den gesteinsbildenden Mineralen bzw. deren Gefüge. Eine Steinkonservierung dient vorrangig dem Ziel

  • das Eindringen von Wasser in den Stein zu vermeiden oder zu begrenzen,
  • schädigende Substanzen aus dem Stein zu entfernen und den weiteren Zutritt zu vermeiden oder zu begrenzen und
  • einen gegebenenfalls eingetretenen Festigkeitsverlust durch Zuführung von Bindemittel auszugleichen.

Auch die Ergänzung von verlorengegangener Steinsubstanz durch Steinersatzmasse kann eine konservierende Wirkung auf den darunterliegenden Stein haben.

Da überwiegend die verwitternden Oberflächen aus weichen Sandsteinen sowie kalkgebundenen oder gipshaltigen Natursteinen gefestigt und vor weiterer Verwitterung und Erosion geschützt werden müssen, wird der Arbeitsbereich häufig auch verkürzend unter dem Begriff Natursteinkonservierung zusammengefasst. Abhängig von der Art des zu konservierenden Natursteins können sehr unterschiedliche Maßnahmen und Methoden angewandt werden. Wesentliche Arbeitsschritte bei der Konservierung von Naturstein sind

  • das Verschließen von Rissen,
  • der Ausgleich von Substanzverlust durch Erosion oder Ausbrüche,
  • die Folgen einer Schalenbildung durch Injektagen zu begrenzen,
  • den Stein durch Tränkung zu Konsolidieren und gegebenenfalls zu Hydrophobieren.

Das Schließen von Rissen und Ausbrüchen ist für den langfristigen Erhalt von bewittertem Steinmaterial essentiell und verursacht meist auch den größten Aufwand. Bei Sandstein werden als Bindemittel für Festigung und Steinersatzmörtel derzeit überwiegend Kieselsolen eingesetzt.

Die Steinkonservierung besitzt eine lange Tradition, wenn sich auch die verwendeten Mittel und Applikationstechniken weiterentwickelt haben. Bei der Bewahrung und Schutz von Kulturgut aus Naturwerkstein durch konservierende Maßnahmen muss beachtet werden, dass sich insbesondere die Eigenschaften poröser Steine durch die Applikation von Konservierungsmitteln irreversibel verändern und dabei auch unerwünschte (Neben-)Wirkungen auftreten können.

Im Folgenden werden schwerpunktmäßig Methoden der Konsolidierung dargestellt.