Stichstrecke
Eine Stichstrecke (in Österreich Flügelbahn, Flügelstrecke bzw. Flügellinie) ist ein von einer Eisenbahnstrecke abzweigender, schwach frequentierter eingleisiger Streckenabschnitt, der an eine einzige Betriebsstelle angeschlossen ist und maximal durch einen einzigen Zug gleichzeitig besetzt sein darf. Züge werden am Beginn der Strecke durch einen Fahrdienstleiter abgelassen, enden im Regelfall an einem Haltepunkt, kehren zurück und werden durch den Fahrdienstleiter wieder in die Betriebsstelle eingelassen.
Stichstrecken wurden angelegt, um Gebiete zu erschließen, die sonst über keine adäquate Verkehrsanbindung verfügen, insbesondere im ländlichen Raum oder nahe einer politischen, Verwaltungs- oder Verbundgrenze. Bei vielen Stichstrecken handelt es sich auch um zurückgebaute Hauptstrecken, dessen Weiterbetrieb sich auf gesamter Länge nicht mehr als wirtschaftlich erwies.
- ↑ Flügelbahnen sind Bahnen, auf denen sich ein gemischter, d. h. aus Personen-, Güter- und Produkten-Transport zusammengesetzter, Verkehr von lokalem Interesse nach einer Hauptbahn hin oder von dieser wegbewegt. – Siehe: Notiz. In: Oesterreichische Zeitschrift für Verwaltung, Nr. 31/1873 (VI. Jahrgang), 31. Juli 1873, S. 123, unten rechts. (online bei ANNO).
- ↑ Gerd Wolff: Niedersachsen. In: Archiv deutscher Klein- und Privatbahnen. S. 333.
- ↑ Dirk H. Enders: Betriebliche Regeln für Strecken mit Stichstreckenblock. In: Deine Bahn. Nr. 7. Bahn Fachverlag GmbH, 2013, S. 48–53 (system-bahn.net [PDF]).