Stift St. Alban vor Mainz
Das Stift St. Alban vor Mainz war eine vom Frühmittelalter bis zum 16. Jahrhundert bestehende, erst 1802 förmlich aufgehobene Benediktinerabtei auf dem Albansberg südlich der heutigen Altstadt von Mainz.
Bereits seit der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts bestand an dieser Stelle eine einschiffige Saalkirche des heiligen Alban. Ausweislich des Grabsteins eines Abtes Pertram muss dort spätestens seit dem 7. Jahrhundert eine Mönchsgemeinschaft existiert haben, die nach der Regel des Columban von Luxeuil lebte, Beziehungen zu St. Gallen unterhielt und nachweisbar mit beachtlichen Gütern ausgestattet war. Der Mainzer Erzbischof Richulf (787–813) ließ einen bedeutenden, dreischiffigen Neubau errichten, der am 1. Dezember 805 geweiht wurde. Möglicherweise schon damals, spätestens aber 813 muss im Rahmen der Klosterreform Benedikts von Aniane der Übergang zur Benediktinerregel eingeleitet worden sein.
Die Bedeutung des Ortes spiegelte sich bereits in der mit 13 × 28 Metern außergewöhnlichen Größe des spätantiken Saalbaus wider. Die von Richulf geweihte karolingischen Klosterkirche erreichte mit einem Mittelschiff von ca. 12,40 Metern und Seitenschiffen von ca. 6,20 Metern die Dimensionen des allerdings um einiges längeren karolingischen Kölner Doms und war bis zum Bau des Domes St. Martin durch Erzbischof Willigis die größte Kirche in Mainz.
Das Kloster war für seine prachtvolle Kirche bekannt, aber auch für seine Schule. Sie stand in Beziehungen zur karolingische Hofschule, an der sowohl Erzbischof Richulf als auch der um 780 in Mainz geborene spätere Erzbischof Hrabanus Maurus ausgebildet worden waren. Zumindest ein Teil der bedeutenden und charakteristischen frühmittelalterlichen Handschriftenproduktion Mainzer Provenienz dürfte aus St. Alban stammen, auch wenn das wichtigere Skriptorium am Dom bestanden zu haben doch scheint.