Stottern
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| F98.5 | Stottern |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| MA81 | Sprachdysfluenz |
| 6A01.1 | Entwicklungsstörung des Sprechflusses |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |
Stottern (auch Balbuties, von lateinisch balbutire ‚stottern‘) ist eine zentralnervöse Störung des Sprechens, welche durch spontan unkontrollierbare Unterbrechungen des Sprechablaufs in Form von Laut- und Silbenwiederholungen, Dehnungen von Lauten und/oder Blockierungen (spannungsvolle Pausen) gekennzeichnet ist. Neben der Hauptsymptomatik können zudem vegetative, motorische sowie emotionale Reaktionen auf die Sprechunflüssigkeiten auftreten.
Dieser Artikel befasst sich mit dem sogenannten originärem neurogenem nicht-syndromalem Stottern (früher: idiopathisches Stottern), das vom erworbenen neurogenen und vom psychogenen Stottern abzugrenzen ist.
Stottern entsteht in der Kindheit und hauptsächlich aufgrund einer genetischen Disposition. Derzeit stehen neurowissenschaftliche Erklärungsansätze im Vordergrund. Konkrete Gene, die ursächlich an der Entstehung des Stotterns beteiligt sind, konnten bislang jedoch nicht eindeutig identifiziert werden.
Die Chance, dass sich das Stottern in der Kindheit zurückbildet (Remissionswahrscheinlichkeit), liegt bei ca. 70–80 %. Nach Pubertätsende ist eine Remission sehr unwahrscheinlich. Eine Prognose, welches Kind das Stottern wieder verlieren wird, ist für den Einzelfall nicht möglich.
Stottern gilt nicht als heilbar, aber als therapierbar.
- 1 2 3 K. Neumann, H. A. Euler, H. G. Bosshardt, S. Cook, P. Sandrieser, P. Schneider, M. Sommer, G. Thum: Pathogenese, Diagnostik und Behandlung von Redeflussstörungen. Evidenz- und konsensbasierte S3-Leitlinie, AWMF-Registernummer 049-013 http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/049-013. Hrsg.: Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie. Version 1, 2016.