Sturlaugs saga starfsama
Die Sturlaugs saga starfsama („Saga vom fleißigen Sturlaugr“; „Die Saga von Sturlaug dem Vielgeplagten“) ist eine isländische Vorzeitsaga (fornaldarsaga), die um 1300 verfasst wurde. Innerhalb der Gattung zählt die Saga stofflich zu den Abenteuersagas.
Überliefert ist der Text durch die Handschriften AM 335, 4° und AM 589 f, 4°. Die Sturlaugs saga wird als älter angesehen als die Göngu-Hrólfs saga, weil Sturlaugr in der Göngu-Hrólfs saga als Vater des Göngu-Hrólfr genannt wird.
Die Einleitung ist Snorris Prolog aus seiner Prosa-Edda entlehnt, in dem die Einwanderung der Asen nach Skandinavien geschildert wird. Des Weiteren wird in der Saga mittelalterliches Wissen rezipiert. Dies scheint auf in Sturlaugrs Reise in das Land der Rus zum „Bjarmaland“ (Bjarmar = altnordisch für ein Ethnonym, vermutlich vom Weißen Meer) und zum fabelhaften „Hundingjaland“. Für diesen Teil wurde Literatur in der Nachfolge Isidor von Sevillas als Vorlage genutzt, und zwar des ethnographischen Teils seiner Enzyklopädie, in der Relation der Hundingjar zu den Kynokephale.
- ↑ Siehe Tabelle Überblick über die wichtigsten Fornaldarsägur. In: Kurt Schier: Sagaliteratur (= Sammlung Metzler. 78). Metzler, Stuttgart 1970 (Kap. 8. Fornaldarsögur „Vorzeitsagas“, S. 90 doi:10.1007/978-3-476-03816-6_8)
- ↑ AM 335, 4°
- ↑ AM 589 f, 4°
- ↑ Rudolf Simek, Hermann Pálsson: Lexikon der altnordischen Literatur (= Kröners Taschenausgabe. Band 490). Kröner, Stuttgart 1987, ISBN 3-520-49001-3, S. 338.