Sudelbuch
Sudelbuch ist der Titel eines literarischen Notizbuchs, das der Journalist und Schriftsteller Kurt Tucholsky von 1928 an bis zu seinem Tod 1935 führte. Dort sammelte der Autor Aphorismen, kurze sprachliche Einfälle und Wendungen, Witze und Zoten sowie Anmerkungen zum Handwerk des Schriftstellers.
Tucholsky hatte schon auf der ersten Seite dieser Aufzeichnungen verfügt, dass sie nach seinem Tod seiner zweiten Frau – Mary Gerold-Tucholsky – übergeben werden sollten. Der vollständige Inhalt blieb lange unbekannt, abgesehen von jenen Aphorismen, die Tucholsky selbst bereits als seine letzten Beiträge (die Schnipsel) in der Zeitschrift Weltbühne veröffentlicht hatte.
Erst 1993, sechs Jahre nach dem Tod Mary Gerolds und fast sechs Jahrzehnte nach dem Ableben des Verfassers, wurde das Sudelbuch veröffentlicht.
- ↑ Unter dem Titel „Schnipsel“ veröffentlichte Mary Gerold-Tucholsky im Rowohlt-Verlag erstmals 1973 die Weltbühne-Aphorismen Tucholskys in Buchform (vgl. Datensatz der Deutschen Nationalbibliothek); seither regelmäßige Neuauflagen, ISBN 3-499-11669-3.
- ↑ Christof Siemes: Es war nicht viel. Tucholskys „Sudelbuch“ – auch eine Lebensbilanz. In: Die Zeit. 41/1993, 8. Oktober 1993, abgerufen am 11. Dezember 2014.