Sure 5:51
Der Koranvers 51 in Sure 5, genannt المائدة / al-māʾida / ‚Der Tisch‘, wird von manchen als ein Haupthindernis für aufrichtige Beziehungen und Vertrauen zwischen Muslimen auf der einen und Juden und Christen auf der anderen Seite gesehen. Nach der Einteilung von Theodor Nöldeke fällt der Vers in die medinische Phase der Koranoffenbarungen.
Die Auslegungen der klassischen und modernen Exegeten konzentrierten sich vor allem auf den Offenbarungsanlass für Herabsendung dieser Sure. Uneinigkeit besteht über die Frage, ob das Verbot, Juden oder Christen zu Auliyāʾ (‚Freunden‘/‚Helfern‘/‚Unterstützern‘/‚Beschützern‘/‚Vertrauten‘/‚Schutzherren‘/‚Führern‘) zu nehmen, allgemein gültig ist oder auf bestimmte Situationen beschränkt ist, da es im Koran mehrere Stellen gibt, in denen Angehörige der beiden Glaubensrichtungen als Ahl al-kitāb in einem positiven Kontext erwähnt werden. Die medinischen Suren thematisieren zudem vor allem den Glauben sowie die häufigen Auseinandersetzungen in Kriegszeiten mit Gegnern und Wankelmütigen aus den eigenen Reihen.
Der Koran enthält zahlreiche Verse, die sich auf Christen beziehen. Diese Aussagen sind vielfältig und reichen von Anerkennung und Wertschätzung bis hin zu Kritik. Die Sichtweise variiert je nach Kontext und den spezifischen historischen Umständen, auf die sich die Verse beziehen. Hier sind einige zentrale Punkte:
Anerkennung und Respekt
1. Die Christen als „Leute der Schrift“
Der Koran bezeichnet Christen (wie auch Juden) als „Leute der Schrift“ (arabisch: Ahl al-Kitab), da sie heilige Bücher (z. B. die Bibel) empfangen haben.
• Sura 3:64: „O Leute der Schrift, kommt zu einem Wort, das gleich ist zwischen uns und euch, dass wir Allah allein dienen.“
Dieser Vers ruft zu einem Dialog auf der Grundlage gemeinsamer Werte auf.
- ↑ Çoruh: Friendship between Muslims and the People of the Book in the Qur'an with special reference to Q 5.51. 2012, S. 505.
- ↑ Çoruh: Friendship between Muslims and the People of the Book in the Qur'an with special reference to Q 5.51. 2012, S. 505.
- ↑ Abualwafa Mohammed: Der Koran und seine Bedeutungsebenen für das Hier und Jetzt. Zeitgemäße theologisch-didaktische Annäherungen am Beispiel des Begriffs Dschihad. Springer VS, Wiesbaden, 2020. S. 202.
- ↑ Mehdi Bazargan: Und Jesus ist sein Prophet: Der Koran und die Christen. 2. Aufl. C.H. Beck, München, 2017. S. 72ff.
- ↑ Bobzin: Der Koran. 2015, S. 28, 57.