Swing (Wirtschaft)

Swing (englisch Spielraum) ist eine Kreditlinie, die sich zwei Staaten im internationalen Handel für die Verrechnung von gegenseitigen Exportforderungen und Importverbindlichkeiten einräumen.

Der Swing ist Gegenstand gegenseitiger Handelsbeziehungen zwischen Staaten. Im Regelfall werden gegenseitige Exporte und Importe durch Devisen bezahlt. Beim Swing werden die aus Exporten und Importen resultierenden Zahlungen nicht direkt durch Devisen geleistet, sondern innerhalb der Swinglinie (Kreditlinie) gegenseitig nach Art eines Kontokorrents verrechnet, so dass ein Saldo zu Gunsten des einen oder anderen Staates übrigbleibt. Ein Swing ist nur dann sinnvoll, wenn Exporte und Importe sich langfristig annähernd im Gleichgewicht befinden. Im Falle struktureller Ungleichgewichte führt dies zu einem einseitigen, dauerhaften negativen Saldo aus Importüberhängen, der im Importstaat zu Abwertungsdruck seiner Währung führen kann. Ein negativer Saldo kann dann nur durch Devisenzahlungen des Importstaates ausgeglichen werden. Meist wurde jedoch der Swing zwischen Staaten vereinbart, bei denen mindestens einer keine konvertible Währung besaß oder unter Devisenknappheit litt.

Der Swing ist Inhalt bilateraler Handelsabkommen, in denen die konkreten Bedingungen des Swing festgelegt werden. Die Vertragspartner des Swing können zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Saldenausgleich in Devisen oder Gold verlangen. Der Swing ist ein Außenhandelsinstrument, das den Export oder Import eines Landes fördern kann.

  1. Gabler Banklexikon, 1988, Sp. 1984