Sykes-Picot-Abkommen

Das Sykes-Picot-Abkommen vom 16. Mai 1916 war eine geheime Übereinkunft zwischen den Regierungen Großbritanniens und Frankreichs, durch die deren koloniale Interessengebiete im Nahen Osten nach der erwarteten Niederlage des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg festgelegt wurden. Die arabischen Provinzen des Osmanischen Reiches wurden in vier permanente Einflusszonen aufgeteilt.

Das Abkommen wurde im November 1915 von dem französischen Diplomaten François Georges-Picot und dem britischen Diplomaten Mark Sykes ausgehandelt. Am 3. Januar 1916 wurde ein Entwurf vereinbart, daher wird auch dieses Datum alternativ zum 16. Mai 1916, an dem das Abkommen offiziell geschlossen wurde, genannt. Picot war der deutlich erfahrenere Verhandlungspartner und verstand es, für Frankreich weit mehr als erwartet zu erreichen (militärisch engagiert war an der Sinai- und Palästinafront im Nahen Osten primär die britische Seite).

Mark Sykes
François Georges-Picot
  1. Christopher M. Andrew, Alexander Sydney Kanya-Forstner: The climax of French imperial expansion. 1914–1924. Stanford University Press, Stanford CA 1981, ISBN 0-8047-1101-1, S. 95.
  2. Imperiale Grenzen im Nahen Osten: Der Geist von Sykes-Picot in Neue Zürcher Zeitung vom 27. Mai 2016