Tüte
Tüte bezeichnet in Deutschland allgemein verformbare Transportbehälter unterschiedlicher Größe und Form aus Papier, Kunststoff oder anderen biegsamen Materialien zur Aufnahme von Lebensmitteln, losen kleineren Gegenständen, pulverförmigen Materialien oder eines kompletten Einkaufs beim Kauf in Supermärkten und Fachgeschäften. Während der letzten 200 Jahre hat sich eine Ausweitung dessen ergeben, was mit dem Begriff bezeichnet wird. Während zunächst damit fast ausschließlich Spitztüten in Trichterform bezeichnet wurden, schließt der Begriff beispielsweise auch Tragetaschen aus Kunststoff (Plastiktüte) mit ein. Noch bis ins 20. Jahrhundert gehörten die Spitztüte zu den wichtigsten Utensilien des Einzelhandels. Dadurch ist die Abgrenzung zu den Bezeichnungen Tasche und Beutel unscharf geworden.
In der Schweiz wird eine Tüte als Papiersack bezeichnet. Der Begriff Tüte wird zwar verstanden, aber nicht gebraucht. In Altbayern und Österreich ist der Begriff Sackerl gebräuchlich. Kleine trichterförmige Behältnisse aus Papier werden (außer Westösterreich) als Stanitzel benannt. Bei größeren Behältnissen ist – ebenso wie in Deutschland – von Sack die Rede.
- ↑ Ulrich Ammon, Rhea Kyvelos: Variantenwörterbuch des Deutschen: die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. Verlag Walter de Gruyter, Berlin 2004.