TIMM

TIMM
Fernsehsender (Privatrechtlich)
Programmtyp Vollprogramm für die Zielgruppe homosexueller Männer
Empfang Zattoo, früher Kabel, Satellit und Telekom Entertain
Bildauflösung verpflichtend, bitte nachtragen!
Betrieb 1. Nov. 2008 bis Apr. 2019
Eigentümer Deutsche Fernsehwerke GmbH
Geschäfts­führung N.N.
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Website

TIMM (Television, Internet, Media for Men) war ein deutschsprachiger Fernsehsender mit Sitz in Berlin, dessen Hauptzielgruppe schwule Männer waren. Eigentümer war die Deutsche Fernsehwerke GmbH, zu deren Investoren etwa die Verlagsgesellschaft Madsack gehört. Die Macher von TIMM verstanden ihr Projekt als crossmedial und wollten mehr bieten als nur Fernsehen. Abgesehen von dem TV-Kanal gab es auch eine Website, die über den Sender hinaus Neuigkeiten aus der LGBT-Welt bot, zwei Radio-Streams bei Radio.de und einen eigenen TIMM-Shop mit Artikeln verschiedener Warengruppen. Auch wenn der Sender eine klar definierte Zielgruppe hatte, distanzierte sich der frühere Geschäftsführer Frank Lukas von jeglicher Ghettoisierung und betonte, dass TIMM für jeden offen gewesen sei und auch die beste Freundin, Eltern schwuler Kinder, der heterosexuelle Freundeskreis und andere angesprochen würden.

Auf der IPTV-Plattform Zattoo hatte sich der Sender im November 2008 mit 13 Millionen abgerufenen Sendeminuten und 80.000 Zuschauern in den Top-12 der meistgesehenen TV-Sender etabliert. Bekannte TIMM-Moderatoren waren unter anderen Björn Wolfram, Armin Ceric und Ricky Breitengraser. Wir lieben Männer war der Claim des Senders.

Die Deutsche Fernsehwerke GmbH hat am 21. Januar 2010 beim Amtsgericht Charlottenburg einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Grund sei ein „Nachfinanzierungsbedarf“ zum Ausbau von TIMM. Das Insolvenzverfahren wurde zum 1. April 2010 eröffnet. Mitte Mai entschied eine Gläubigerversammlung über den Fortbestand des Senders. Seitdem wurde die Website nur noch unregelmäßig gepflegt und verkündete die Absicht einer Neuausrichtung des Senders. Die landeseigene Berliner Bank IBB, die an dem Sender mit 28.542 Euro beteiligt war, zog sich aus ihrem Engagement zurück. Über TIMM wird derzeit neben Teleshoppingprogrammen verschiedener Agenturen ein Programm aus Wiederholungen vor der Insolvenz produzierter und erworbener Sendungen, aber auch aus Neuausstrahlungen (bspw. Yagaloo), verbreitet. Der bisherige Geschäftsführer Frank Lukas hat sich aus dem Betrieb weitestgehend zurückgezogen.

Der Minderheitseigner Cine Plus, der zuletzt den Betrieb sicherte, wollte bis Ende 2010 eine Lösung für den Sender finden. Seit dem 1. Juli 2010 steht die Internetseite des Eigentümers zum Verkauf.

  1. Lizenzinformationen der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM): (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive ) (Nicht mehr online verfügbar.)
  2. https://web.archive.org/web/20190418133734/https://zattoo.com/de/sender/
  3. Kai-Hinrich Renner: Timm will ein TV-Sender für Schwule sein. In: Die Welt. 26. September 2008 (Online [abgerufen am 26. Januar 2010]).
  4. Christian Deker: Deutschlands erster Schwulen-Sender – Wir lieben Männer. In: Süddeutsche Zeitung. 4. November 2008 (online [abgerufen am 26. Januar 2010]).
  5. Schwulensender Timm baut Programm aus – ab Januar schon vormittags. In: magnus.de. 19. Dezember 2008, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. März 2009; abgerufen am 26. Januar 2010.
  6. Schwulen-Sender Timm droht das Aus. In: Spiegel Online. 26. Januar 2010 (Online [abgerufen am 26. Januar 2010]).
  7. Schwulensender Timm vor der Insolvenz. In: Der Tagesspiegel. 27. Januar 2010 (Online [abgerufen am 27. Januar 2010]).
  8. Timm-Betreiber Deutsche Fernsehwerke ist insolvent. In: DWDL.de. 26. Januar 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. Oktober 2010; abgerufen am 26. Januar 2010.
  9. Schwulensender Timm: Galgenfrist bis Ende April. In: DWDL.de. 31. März 2010, abgerufen am 31. März 2010.
  10. Wurde bei TIMM-TV der Stecker gezogen? vom 2. Juli 2010
  11. Schwuler TV-Sender Timm TV – Geld und Liebe. In: Der Tagesspiegel, 17. April 2010
  12. Ohne Moos nix los. (Memento des Originals vom 3. November 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. leo-magazin.de 25. September 2010, abgerufen am 26. August 2011
  13. TIMM: Zoff um die „Schuldfrage“. queer.de, 20. September 2010, abgerufen: 26. August 2011
  14. deutschefernsehwerke.de steht zum Verkauf. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. Juli 2017; abgerufen am 4. Juli 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.