Tasgetium

Kastell Eschenz
Alternativname Tasgetium
Limes Donau-Iller-Rhein-Limes,
Strecke 3
Abschnitt Maxima Sequanorum oder Raetia I, damaliger Grenzverlauf ist unklar.
Datierung (Belegung) diokletianisch, vor/um 293–305 n. Chr.
bis max. vor/um 420 n. Chr.
Typ Kohortenkastell ?
Einheit unbekannt
Größe 88 m × 91 m = 0,8 ha
Bauweise Steinkastell
Erhaltungszustand rautenförmige Fortifikation mit polygonalen und halbrunden Türmen,
oberirdisch noch sichtbar
Ort Eschenz und Stein am Rhein
Geographische Lage 706651 / 279351 hf
Vorhergehend Kastell Konstanz (Constantia) (südwestlich)
Anschließend Kastell Pfyn (Ad fines) (südöstlich)
Rekonstruktion des Kastells Tasgetium (Bild Nr. 5).
Kantonsarchäologie Schaffhausen, Valentin Homberger.

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Tasgetium ist der Sammelbegriff für ein spätrömisches Grenzkastell des Donau-Iller-Rhein-Limes, ein Brückenkopfkastell, sowie für eine hochkaiserzeitliche und spätantike Zivilsiedlung. Sie befinden sich auf dem Gemeindegebiet von Eschenz (Stadtteil Vor der Brugg), Bezirk Frauenfeld, Kanton Thurgau und in Stein am Rhein (St. Georgs-Kloster), Kanton Schaffhausen, Schweiz.

Eine gleichnamige Zivilsiedlung bestand bereits seit dem 1. Jahrhundert, sie erstreckte sich entlang einer Römerstrasse 500 Meter östlich des Kastells in Eschenz. Archäologische Funde sowie eine fragmentarisch erhaltene Bauinschrift belegen, dass von den Römern in der beginnenden Spätantike am linken Rheinufer ein Kastell errichtet wurde, dessen Besatzung dort einen wichtigen Flussübergang sicherte. Rechts des Rheins stand zusätzlich ein kleines, befestigtes Brückenkopfkastell. Bei Grabungen wurde auch ein spätrömischer Friedhof entdeckt. Eine gewisse Siedlungskontinuität lässt sich bis ins Mittelalter nachweisen; so wurden mehrere mittelalterliche Gebäude auf den Fundamenten römischer Bauten errichtet. Im Zentrum des Kastellareals steht heute die Johanneskirche. Bedingt durch die reichen Funde rund um das Kastell, später auch am rechtsrheinischen Ufer im Kloster St. Georg, gehören Eschenz und Stein am Rhein zu den archäologisch bedeutendsten antiken Fundorten der Schweiz.