Teilungen Polens
Als Teilungen Polens wird die schrittweise Aufteilung des polnisch-litauischen Staatsgebietes in den Jahren 1772 (1. Teilung), 1793 (2. Teilung) und 1795 (3. Teilung) unter Russland, Preußen und Österreich und die mit der 3. Teilung schließlich erfolgte Auflösung der polnisch-litauischen Adelsrepublik bezeichnet. Die Gebietsaufteilungen geschahen jeweils in gegenseitiger Absprache dieser drei Nachbarstaaten. Polen-Litauen blieb bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 von diesen annektiert. Sowohl Polen als auch Litauen waren also mehr als ein Jahrhundert lang keine souveränen Staaten mehr.
Eine kurzlebige Änderung bestand lediglich zwischen 1807 und 1815, als Napoleon aus Teilen der von Preußen und Österreich annektierten Gebiete das Herzogtum Warschau geschaffen hatte. Auf dem Wiener Kongress ging es zum größten Teil als konstitutionelles Königreich Polen an das (autokratische) Russland, das es in Personalunion bis 1830 regierte und dann nach einem gescheiterten polnischen Aufstand annektierte. Ein Teil Westgaliziens wurde in das Protektorat Republik Krakau umgewandelt, das sich Österreich 1846 einverleibte.
Als Vierte Teilung Polens (teils gar Fünfte Teilung Polens) werden gelegentlich verschiedene Ereignisse im 19. und 20. Jahrhundert bezeichnet, aber insbesondere die Aufteilung des Landes zwischen NS-Deutschland und der Sowjetunion im Jahr 1939.
- ↑ Der Ausdruck Polnische Teilungen wird im wissenschaftlichen Diskurs abgelehnt; die Teilungen Polens beziehen sich dabei immer auf den gesamten Staat Polen-Litauen mit allen seinen Regionen.