Temperaturanomalien im Jahr 2022
| Monat | Global | Europa |
|---|---|---|
| Januar | +0,28 °C | +0,79 °C |
| Februar | +0,23 °C | +2,4 °C |
| März | +0,39 °C | −0,43 °C |
| April | +0,28 °C | −0,42 °C |
| Mai | +0,26 °C | +0,29 °C |
| Juni | +0,32 °C | +1,57 °C |
| Juli | +0,38 °C | +0,72 °C |
| August | +0,30 °C | +1,72 °C |
| September | +0,35 °C | −0,37 °C |
| Oktober | +0,41 °C | +1,92 °C |
| November | +0,16 °C | +1,36 °C |
| Dezember | +0,27 °C | +0,89 °C |
| Jahr 2022 | +0,30 °C | +0,87 °C |
Die Temperaturanomalien im Jahr 2022 sind Abweichungen von Temperaturmittlelwerten für das Jahr 2022. Als Vergleich dient die Normalperiode 1991–2020, die der von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) verwendete Referenzzeitraum ist. Die Abweichungen werden in diesem Artikel nach Zahlen pro Monat zum einen global und zum anderen für Europa betrachtet und beruhen auf den Angaben des Copernicus Climate Change Service (C3S). Darüber hinaus werden einige weitere regionale, monatliche Temperaturanomalien und in den jeweiligen Monat fallende Hitze- und Kältewellen sowie damit zusammenhängende Wetterphänomene und Temperaturrekorde erwähnt.
Das gesamte Jahr 2022 betrachtet lagen die Temperaturen nach dem Copernicus Climate Change Service global um 0,30 °C über der Normalperiode und für Europa um 0,87 °C, womit es sich nach 2020 um das zweitwärmste Jahr im Analysezeitraum ab 1950 für den Kontinent handelte. Die in der Schweiz gemittelte Jahrestemperatur erreichte mit 7,4 °C den weitaus höchsten Wert seit Messebeginn 1864 und lag 1,6 °C über der Normalperiode. In Deutschland war das Jahr 2022 mit einer Durchschnittstemperatur von 10,52 °C das wärmste Jahr seit Messbeginn 1881. Im Vereinigten Königreich, in Irland, Spanien, Portugal, Frankreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina wurde jeweils das heißeste Jahr im Datensatz ab 1950 verzeichnet.
Nach der WHO kamen 2022 weltweit über 15.000 Menschen aufgrund von Hitzewellen ums Leben, davon in Europa etwa 4000 in Spanien, über 1000 in Portugal, über 3200 im Vereinigten Königreich und etwa 4500 in Deutschland. Eine im Juli 2023 veröffentlichte Studie schätzte die Anzahl der durch Hitze verursachten Todesfälle allein in Europa im Zeitraum vom 30. Mai bis 4. September 2022 auf etwa 61.700, darunter etwa 18.000 in Italien, 11.300 in Spanien und 8.200 in Deutschland.
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- ↑ Stephan Bader, Simone Bircher, Martine Collaud Coen, Anke Duguay-Tetzlaff, Christoph Frei, Sophie Fukutome, Regula Gehrig, Eliane Maillard Barras, Giovanni Martucci, Gonzague Romanens, Simon Scherrer, Christoph Spirig, René Stübi, Laurent Vuilleumier, Elias Zubler: Klimareport 2022. Hrsg.: Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz. Zürich 2023, S. 104 (admin.ch [PDF; 9,2 MB; abgerufen am 7. Juni 2024]).
- ↑ Rekord-Jahr 2022, Rekord-Jahreswechsel 22/23. MDR Fernsehen, 12. Januar 2023, abgerufen am 7. September 2023.
- ↑ Statement – Climate change is already killing us, but strong action now can prevent more deaths. World Health Organization, 7. November 2022, abgerufen am 8. Mai 2023 (englisch).
- ↑ Joan Ballester, Marcos Quijal-Zamorano, Raúl Fernando Méndez Turrubiates, Ferran Pegenaute, François R. Herrmann, Jean Marie Robine, Xavier Basagaña, Cathryn Tonne, Josep M. Antó & Hicham Achebak: Heat-related mortality in Europe during the summer of 2022. In: Nature Medicine. Juli 2023, doi:10.1038/s41591-023-02419-z (englisch).