Testtrennwert
Unter einem Testtrennwert, Schwellenwert oder Grenzwert (engl.: cut-off score oder cut-off) wird der durch einen Test ermittelte Wert verstanden, der aufgrund subjektiver oder objektiver Vereinbarung Personen hinsichtlich einer Zuweisung unterscheidet (z. B. Zutreffen einer Diagnose, Behandlungsnotwendigkeit, Bestehen einer Prüfung, Eignung für eine Tätigkeit). Siehe auch Kritischer Wert (Statistik). Dabei gibt es zwei verschiedene Ausgangslagen:
- Testtrennwert als Kategoriengrenze: Wenn innerhalb einer Gruppe von Merkmalsträgern Unterschiede in der Ausprägung eines Merkmals bestehen, kann ein Testtrennwert verwendet werden, um die Merkmalsträger zu kategorisieren. Die Festlegung des Testtrennwerts ist willkürlich und die Kategorie in diesem Sinne künstlich. Beispielsweise wird die Grenze zur Hochbegabung bei einem IQ von 130 gezogen, obwohl der Übergang fließend ist.
- Indikator für eine Kategorie: Wenn zwei Gruppen sich bezüglich eines Merkmals unterscheiden, kann der Testwert dieses Merkmals als Indikator für die Gruppenzugehörigkeit verwendet werden. Ein anschauliches Beispiel wäre, dass die durchschnittliche Körpergröße von Frauen und Männern sich unterscheidet und deswegen, die gemessene Körpergröße als Indikator für die Geschlechtszugehörigkeit herangezogen werden kann.
Im ersten Fall wird eine Häufigkeitsverteilung getrennt, im zweiten Fall liegen zwei Häufigkeitsverteilungen vor.
- ↑ Katrin Rentzsch, Astrid Schütz: Psychologische Diagnostik: Grundlagen und Anwendungsperspektiven. Kohlhammer, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-17-019840-1, S. 24 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ John W. Foreman, Jutta Schmidt: Smart Data statt Big Data: Wie Sie mit Excel-Analysen das Beste aus Ihren Kundendaten herausholen. Wiley, 2015, ISBN 978-3-527-69224-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Axel M. Gressner, Torsten Arndt: Springer Lexikon Klinische Chemie: Medizinische Labordiagnostik von A bis Z. Springer, 2005, ISBN 978-3-540-23660-3, S. 1168 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Heinrich Tröster: Früherkennung im Kindes- und Jugendalter: Strategien bei Entwicklungs-, Lern- und Verhaltensstörungen. Hogrefe, 2009, ISBN 978-3-8409-2078-3, S. 109 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Frank Schneider: Entwicklungen der Psychiatrie: Symposium anlässlich des 60. Geburtstages von Henning Sass. Springer, 2006, ISBN 978-3-540-30100-4, S. 369 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ DORSCH Lexikon der Psychologie
- ↑ Franzis Preckel, Miriam Vock: Hochbegabung: Ein Lehrbuch zu Grundlagen, Diagnostik und Fördermöglichkeiten. Hogrefe, 2013, ISBN 978-3-8409-2467-5, S. 104 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).