Theoderich der Große
Théoderich der Große (dreisilbig, mit e͡o als Diphthong; lateinisch Flavius Theodericus; gotisch *𐌸𐌹𐌿𐌳𐌰𐍂𐌴𐌹𐌺𐍃 *Þiudareiks []; * 451/56 in Pannonien; † 30. August 526 in Ravenna) war ein König des Ostgotenreichs aus dem Geschlecht der Amaler. Theoderich, der als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der spätantiken Völkerwanderungszeit gilt, herrschte nach seinem Sieg über Odoaker in Italien und fungierte zeitweise auch als Herrscher des Westgotenreichs. Seine Rechtsstellung, ob er im Namen des oströmischen Kaisers über das Weströmische Reich herrschte oder als Herrscher nur über die Ostgoten anzusehen ist, ist umstritten.
Theoderich gilt als Gründer des Ostgotenreichs Italien im Jahr 493 und als historisches Vorbild für Dietrich von Bern („Theoderich von Verona“) in der germanisch-mittelalterlichen Heldendichtung.
- ↑ Wilhelm Braune: Althochdeutsche Grammatik (= Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte. Nr. 5). 11., von Walther Mitzka bearbeitete Auflage. Max Niemeyer, Tübingen 1936, S. 46–50 (=§47–48).