Theophanie
Theophanie (altgriechisch θεός theos „Gott“; φαίνεσθαι phainesthai „sich zeigen“, „erscheinen“) bedeutet wörtlich übersetzt „Erscheinung eines Gottes“, die Manifestierung Gottes oder unterschiedlicher Gottheiten in der Geschichte oder der Natur. Theophanie ist verwandt mit den Begriffen „Epiphanie“ und „Hierophanie“.
Man kann Theophanie auch als Selbstoffenbarung Gottes in der Natur und der menschlichen Vernunft, genauer gesagt: in der Außen- und der Innenwelt, verstehen. Der Terminus wird heute vorwiegend im Sprachgebrauch der christlichen Theologie verwendet, stammt aber ursprünglich aus dem antiken Griechenland. Als älteste Quelle für Beschreibungen der Theophanie in der europäischen Literatur gilt die Ilias.
Das Fest der Theophanie wird in der orthodoxen Kirche am 6. Januar gefeiert. In Kirchen, die den julianischen Kalender verwenden, fällt das Fest auf den 19. Januar.
Das Gilgamesch-Epos gilt als die wahrscheinlich älteste direkte Beschreibung der Theophanie. In der jüdisch-christlichen Tradition ist die Bibel die wichtigste Quelle für Theophanien. In der hinduistischen Tradition bezeichnet Avatar die materielle Manifestation oder Inkarnation einer Gottheit oder eines Geistes auf der Erde.
- ↑ Theophanie. In: spektrum.de. 18. Juni 2018, abgerufen am 15. April 2025.
- ↑ Kelly Bulkley: The Evil Dreams of Gilgamesh: An Interdisciplinary Approach to Dreams in Mythological Texts. In: Rupprecht, Carol Schreier (Hrsg.): The Dream and the Text: Essays on Literature and Language. SUNY Press, Albany, New York, 1993, ISBN 978-0-7914-1361-6, S. 159–177, hier S. 163.