Tieftauchen (Gerätetauchen)

Tieftauchen bezeichnet das Unterschreiten einer bestimmten Wassertiefe beim Gerätetauchen. Es lässt sich dabei keine einheitliche Tiefengrenze nennen, ab der das Tieftauchen beginnt. Für einige Taucher ist das Unterschreiten des persönlichen Tiefenrekords ein Tieftauchgang. Andere halten sich an die auch nicht einheitlichen Definitionen der Tauchverbände. Beispielsweise bietet PADI einen Specialty-Kurs (ist auch Teil der Advanced-Open-Water-Diver-Ausbildung) an, der Tieftauchen als das Unterschreiten der 18-m-Grenze definiert, die die Open-Water-Diver-Brevetierung beinhaltet. ISO 24801-2 (Autonomous Diver) legt dieselbe Grenze bei 20 m fest. Es gibt einige Staaten, in denen das Tieftauchen gesetzlich definiert ist. PADI erachtet 40 m als maximale Tiefe für Sporttaucher. Oft wird auch alles, was unter dieser 40-m-Grenze von PADI liegt, als Tieftauchen bezeichnet. Sicher ist aber, dass ab einer Tiefe von etwa 30 bis 40 m die Gefahr eines Tiefenrauschs sehr wahrscheinlich wird und ab einer Wassertiefe von 66 m der Sauerstoff in der Luft toxisch wird, da ab dieser Tiefe der Partialdruck von Sauerstoff über der kritischen Grenze von 1,6 bar liegen würde. Deshalb muss darunter mit anderen Atemgas-Gemischen und nach teilweise anderen Regeln und anderer oder zusätzlicher Ausrüstung getaucht werden. Das Risiko für Tauchunfälle wird ab diesen Wassertiefen größer, weshalb Tieftauchgänge unterhalb von 40 m nur von erfahrenen Tauchern unternommen werden sollten.

  1. Recreational diving services — Requirements for the training of recreational scuba divers — Part 2: Level 2 — Autonomous diver (ISO 24801-2). ISO, abgerufen am 29. April 2015 (englisch).
  2. Der PADI Kurs Tieftauchen. PADI; abgerufen am 1. Juli 2013.
  3. Tieferes Tauchen mit Pressluft. (Memento vom 23. Juni 2012 im Internet Archive) Peter Rachow; abgerufen am 1. Juli 2010.
  4. Lothar Becker: Nitrox Handbuch. 2. Auflage. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-7688-2420-0.