Tierquälerei
Tierquälerei, auch Tiermisshandlung, Tiervernachlässigung oder Tiermissbrauch genannt, ist ein Sammelbegriff für Handlungen, durch die der Mensch Tieren Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt. Dies kann aktiv, d. h. durch gezielte Gewalt (physische oder psychische Misshandlungen, sexueller Missbrauch, unnötiges Töten etc.), wie auch passiv durch Vernachlässigen oder Verwahrlosenlassen erfolgen.
Im engeren Sinne kann es sich um das Zufügen von Schaden oder Leiden für bestimmte Zwecke handeln, wie z. B. das Töten von Tieren für Nahrung oder Unterhaltung; Tierquälerei ist mitunter auf eine psychische Störung zurückzuführen, die als Zoosadismus bezeichnet wird.
Sowohl bezüglich ihrer Ausgestaltungen als auch hinsichtlich der möglichen Ursachen, Hintergründe und Implikationen ist Tierquälerei ein komplexes Phänomen, dessen Aspekte erst seit den 1980er Jahren gezielt erforscht werden. Anlass dazu gaben nicht zuletzt kriminalistische Beobachtungen, wonach massive Tierquälereien bei Gewalt- und Sexualstraftätern schon im Kindesalter überdurchschnittlich häufig vorkommen.
- ↑ Gotthard M. Teutsch: Lexikon der Tierschutzethik, Vandenhoeck & Ruprecht 1987, S. 202
- ↑ Alexandra Stupperich, 2006, S. 85
- ↑ Bolliger: Sexualität mit Tieren (Zoophilie) - eine rechtliche Betrachtung, Schulthess Verlag, 2011, S. 46
- ↑ Lexikon der Mensch-Tier-Beziehungen, 1. Ausgabe, 6. Oktober 2015, Human-Animal Studies Band 1, Transcript Verlag, Bielefeld, S. 357, ISBN 978-3-8376-2232-4