Tlalocit

Tlalocit
Tlalocit in capriblauen kugeligen Aggregaten auf Azurit aus der Bambollita Mine bei Moctezuma, Sonora, Mexiko (Sichtfeld: 3 mm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1974-047

IMA-Symbol

Tla

Chemische Formel
  • Cu10Zn6TeO3(TeO4)2Cl(OH)25·27H2O
  • Cu10Zn6[(OH)25|Cl|TeO3|(TeO4)2]·27H2O
  • (Cu,Zn)16(Te4+O3)(Te6+O4)2Cl(OH)25·27H2O
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfate (Selenate etc.) mit weiteren Anionen, mit H2O
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IV/K.16-020

7.DE.20
33.03.02.01
Ähnliche Minerale Quetzalcoatlit
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol unbekannt
Raumgruppe unbekannt
Gitterparameter a = 16,780 Å; b = 19,985 Å; c = 12,069 Å
Formeleinheiten Z = 4
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 1
Dichte (g/cm3) 4,55 (gemessen); 4,58 (berechnet)
Spaltbarkeit nicht gegeben
Bruch; Tenazität nicht gegeben;schneidbar, gummiartig
Farbe capriblau
Strichfarbe ganz blassblau
Transparenz durchscheinend
Glanz nicht gegeben
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,758
nβ = 1,796
nγ = 1,810
Doppelbrechung δ = 0,052
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = 64° (gemessen), 2V = 61° (berechnet)
Pleochroismus schwach von X = gelblichgrün nach Y = Z = bläulichgrün
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten Auflösung in HNO3

Tlalocit (ausgesprochen im Englischen „tla-lawk-ait“, im Spanischen „tlalocquita“) ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfate“ (und Verwandte, siehe Klassifikation). Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der idealisierten Zusammensetzung Cu10Zn6TeO3(TeO4)2Cl(OH)25·27H2O, ist also chemisch gesehen ein wasserhaltiges Kupfer-Zink-Tellurit-Tellurat mit zusätzlichen Hydroxidionen und Chloridionen.

Tlalocit bildet gekrümmte Bänder aus subparallelen lattigen Kristallen bis zu 10 µm Größe, die zu kugeligen bzw. sphärolithischen Aggregaten zusammentreten. Er fand sich in teiloxidierten Bereichen eines Tellur-haltigen polymetallischen hydrothermalen Sulfiderzganges in der 12 km südlich von Moctezuma liegenden „Mina la Bambollita“ (Mina la Oriental), Sonora, Mexiko, in Begleitung von Tenorit, Azurit, Malachit und einem amorphen erbsengrünem Cu-Te-Minerals.

  1. Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (englisch).
  2. Laurence N. Warr: IMA–CNMNC approved mineral symbols. In: Mineralogical Magazine. Band 85, 2021, S. 291–320, doi:10.1180/mgm.2021.43 (englisch, cambridge.org [PDF; 320 kB; abgerufen am 5. Januar 2023]).
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8
  4. 1 2 3 4 5 6