Tombolo

Ein Tombolo (Plural Tomboli) ist ein Sand- oder Kiesstreifen, der eine Insel mit einer anderen Insel oder mit dem Festland verbindet; im letzteren Fall wird die Insel zur Halbinsel oder Gezeiteninsel. Tomboli entstehen durch Ablagerung, verursacht durch Flussmündungen, Küstenströmungen und Wellenbrechung im Inselumfeld.

Der Tombolo ist dabei ein Grenzfall zwischen dem ständig über der Wasserlinie liegenden Isthmus und der ständig überfluteten Meerenge, seine Höhe ist dem Wasserspiegel so nahe, dass er zeitweise – je nach Wasserstand (See, Fluss) bzw. Gezeitenwasserstand – über oder unter dem Wasserspiegel liegt.

Die fast 50 Kilometer lange Adamsbrücke, die Sri Lanka (Ceylon) über die Palkstraße mit Indien verband, war früher der weltweit größte Tombolo. Sie wurde vor einigen tausend Jahren durch eine Änderung des mittleren Meeresspiegels zerstört. Heute existiert nur noch eine Kette von Sandbänken. Chesil Beach in Dorset ist laut der Royal Geographical Society mit 29 km der längste Tombolo des Vereinigten Königreichs; diese Einordnung ist jedoch umstritten, manche Fachleute bevorzugen die Klassifizierung als Barrier Beach (Barrierestrand). Auf den Northern Isles in Schottland werden Tomboli als Ayres (altnordischen eyrr „Kiesstrand“) bezeichnet.