Tongil-Gruppe

Die Tongil-Gruppe (koreanisch: 통일그룹) ist ein koreanisches Konglomerat (Chaebol), das der Vereinigungskirche nahesteht. Der Name „Tongil“ bedeutet im Koreanischen „Vereinigung“, was dem koreanischen Namen der Vereinigungskirche („Tongilgyo“) entspricht.

Die Gruppe wurde 1963 von Sun Myung Moon, dem Gründer der Vereinigungskirche, mit dem Ziel ins Leben gerufen, als gemeinnützige Organisation Einnahmen für die Kirche zu erwirtschaften. Die anfänglichen Aktivitäten, die 1962 mit dem Kauf einer japanischen Drehbank begannen, konzentrierten sich auf die Fertigung. In den 1970er und 1980er Jahren expandierte das Konglomerat durch Gründungen und Übernahmen in die Bereiche Pharmazie, Tourismus und Verlagswesen.

Bis 1998 zählte die Tongil-Gruppe zu den etwa 35 größten Unternehmensgruppen Südkoreas und begann, mit Genehmigung der südkoreanischen Regierung, nach Nordkorea zu expandieren.

In den 1990er Jahren geriet die Tongil-Gruppe durch die asiatische Finanzkrise von 1997 in Schwierigkeiten. Bis 2004 akkumulierte die Gruppe Schulden in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2005 wurde Moons Sohn, Kook-jin Justin Moon (Gründer von Kahr Arms), zum Vorsitzenden der Tongil-Gruppe ernannt. Ab 2010 leitete er eine Reform der Geschäftstätigkeiten ein, stellte neue Manager ein und schloss unrentable Geschäftszweige.

Zu den wichtigsten Beteiligungen der Tongil-Gruppe gehören heute:

  • The Ilwha Company, die Ginseng und verwandte Produkte herstellt.
  • Ilshin-Stone, ein Unternehmen für Baumaterialien.
  • Tongil Heavy Industries, das Maschinenteile, einschließlich Hardware für das südkoreanische Militär, produziert.

Insgesamt sind etwa vierzehn Firmen mit der Tongil-Gruppe verbunden.

Die Tongil-Gruppe unterstützt verschiedene Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und finanziert rund 20 religiöse und pädagogische Einrichtungen, darunter die Sun Moon University und das Little Angels Children’s Folk Ballet of Korea. Sie leistet zudem Spenden an die Vereinigungskirche selbst.

  1. Reverend Dr. Sun Myung Moon: Mein Leben für den Weltfrieden. 2., überarbeitete Auflage. Kando Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-922947-44-8, S. 169,170: „Im Jahr 1962, bevor die koreanische Regierung die Währung umstellte, wurde eine Drehbank, die die Japaner benutzt und 1945 zurückgelassen hatten, für 720.000 Won gekauft. Nach der Währungsreform war sie 72.000 Won wert.“
  2. Affiliated Companies. Archiviert vom Original am 18. Juni 2024; abgerufen am 30. Juni 2024 (koreanisch, japanisch, englisch).
  3. 1 2 Hyung-eun Kim: Business engine of a global faith In: Joong Ang Daily, 12. April 2010 (englisch). 
  4. Don Kirk: Reverend Moon's Group Wants to Talk Investment: Seoul Nods At Church's Foray North In: New York Times, 2. Mai 1998 (englisch). 
  5. Rodrigo Bascunan, Christian Pearce: Enter the Babylon System. Enter the Babylon System. Random House of Canada, 2010, ISBN 978-0-307-36846-1, S. 88,89 (368 S.).
  6. Affiliated Companies. In: Tongil Group. Archiviert vom Original am 18. Juni 2024; abgerufen am 30. Juni 2024 (englisch, kor).
  7. Donald Kirk: Sons rise in a Moon's shadow In: Forbes, 2. Mai 2010 (englisch).