Torbeschen

Die Torbeschen (mazedonisch: Торбеши; in Nordmazedonien auch als Mazedonier-Muslime Македонци-муслимани, Makedonci-muslimani bezeichnet) sind eine ethno-religiöse Minderheit. Sie sprechen eine slawische Sprache ähnlich dem torlakischen Dialekt und gehören meist dem Islam an (siehe Islam in Nordmazedonien).

Die Mijaken, eine slawische Bevölkerungsgruppe, gelten als die ersten bekannten Bewohner der heutigen Dörfer in der Reka-Region im Westen Nordmazedoniens. Ihr Ursprung reicht bis in das 5. und 6. Jahrhundert zurück, als sie sich in der Region Dolna Reka (Untere Reka) niederließen. Die Mijaken sind sowohl historisch als auch gegenwärtig bekannt für ihre reiche kulturelle Tradition, insbesondere ihre kirchliche Architektur, Holzschnitzkunst, Ikonenmalerei und ihren charakteristischen Galičnik-Dialekt der mazedonischen Sprache. Zeugnisse ihrer Baukunst sind noch heute in Mavrovo und im Kloster Sveti Jovan Bigorski erhalten. Die Sprache der Mijaken unterscheidet sich leicht von der heutigen Sprachvarietät der Torbeschen in den Dörfern der Reka-Region.

Sie sind aufgrund ihrer Traditionen eng mit den Goranen im Kosovo und den Pomaken in Bulgarien verwandt, sowie den Čitaci aus dem Sandžak. Die Torbeschen leben hauptsächlich in den westlichen Regionen Nordmazedoniens um Debarska Zupa, Drimkol, Reka, Golloborda (Albanien) und ebenfalls im südlichen Teil Kosovos in den Regionen Prizrenska Podgora und Sredačka Župa um die Stadt Prizren herum.

  1. Jane K. Cowan: Macedonia: The Politics of Identity and Difference. In: Anthropology, Culture and Society. Pluto Press, 2000, ISBN 0-7453-1589-5, S. 111 (Online-Version [abgerufen am 9. Februar 2014]).
  2. Folk dress in Europe and Anatolia: beliefs about protection and fertility (= Dress, body, culture). Berg, London, England 1999, ISBN 978-1-85973-287-8.
  3. Aziz Shakir: Има ли почва у нас за илюзиите на Филибелията Ахмед Хилми в неговата книгаДълбините на въображението. In: Lyuboslovie. Band 24, ISSN 1314-6033, S. 297–303, doi:10.46687/hchc8770.
  4. https://www.enciklopedija.hr/natuknica.aspx?id=13426