Trickster
Trickster (englisch für ‚Gauner‘, ‚Betrüger‘ oder ‚Schwindler‘) werden Figuren in der Mythologie oder Literatur genannt, die mit Hilfe von Tricks die Ordnung im (göttlichen) Universum durcheinanderbringen, aber auch kulturschöpferische Leistungen erbringen – gelegentlich geschieht dies unabsichtlich – oder die Schöpfung durch ihre Werke parodieren. Kennzeichnend sind ihre enorme Verwandlungsfähigkeit, ihre Undurchschaubarkeit und ihr Listenreichtum sowie ihr Grenzgängertum zwischen menschlicher und Geisterwelt und zwischen Diesseits und Jenseits.
Die Figur des Tricksters handelt in der Mythologie oft aus moralischen Gründen – er fungiert oft als Kulturheros, also jemand, der eine große Tat mit fundamentalen gesellschaftlichen Auswirkungen vollbringt, etwa indem er den Menschen den Ackerbau erklärt oder das Feuer bringt. Die typischen Trickster sind an ihrem zwiespältigen Charakter zu erkennen. Auf der einen Seite brechen sie die Regeln, um den Menschen Gutes zu tun, auf der anderen Seite jedoch auch, um Konflikte (meist zwischen den Göttern) zu provozieren. Je nach Ursprungsmythologie werden sie als Tiergestalt, (Halb-)Götter oder Geister beschrieben.
- ↑ Langenscheidts Handwörterbuch
- ↑ Matthew Bullen, Brian Collins, Noreen Doyle, Markus Hattstein, Rebecca Mak, Nana Oforiatta-Ayim: Mythen der Welt: Helden, Sagen und Symbole, Knesebeck-Verlag, 2010; darin insbesondere der Beitrag von Nana O Ayim.
- ↑ Rebecca Mak in Mythen der Welt, Knesebeck-Verlag