Tridentinischer Ritus

Die in den 1970er Jahren aufgekommene Sammelbezeichnung tridentinischer Ritus (auch tridentinische Liturgie) bezeichnet in nichtamtlicher Terminologie die Gesamtheit der gottesdienstlichen Feiern des römischen Ritus nach dem Konzil von Trient, dem Tridentinum, bis zur Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils. „Die nachtridentinisch reformierten Bücher erneuerten nicht die altrömische Tradition, sondern fixierten eine Spätform der hybriden Mischliturgie des westlichen Mittelalters“. Keines der tridentinischen Bücher berücksichtigt die Beteiligung der Gläubigen an den gottesdienstlichen Feiern. Ihre erste Erwähnung erfolgt 1951 im Zuge der Erneuerung der Osternacht durch Papst Pius XII.

  1. Harald Buchinger: Reformen der Osternachtfeier. Eine Fallstudie römischer Liturgiegeschichte. In: Stefan Heid (Hrsg.): Operation am lebenden Objekt. Roms Liturgiereformen von Trient bis zum Vaticanum II. Be.bra, Berlin 2014, 258.