Trophäe (Ornament)
Als Trophäe werden in der Kunstwissenschaft Ornamente bezeichnet, die gleichartige Gegenstände, meist Waffen, in dekorativer Anordnung zusammenfassen.
Die Trophäen gehen auf antike Siegesdenkmale zurück, mit Beutewaffen dekorierte Holzstämme, die als Nachbildung auch Eingang in die Kunst fanden. In der Renaissance wurde das Trophäenmotiv in Kunst und Architektur wieder zu neuem Leben erweckt. Im Barock erlebten die Trophäen zuerst unter Ludwig XIV. in Frankreich ihre Blütezeit, vor allem als Bauplastiken, und breiteten sich schnell im übrigen Europa aus. Eine letzte Nachblüte erlebten die Trophäen im Zeitalter des Historismus.
Trophäen wurden als Skulpturen und Reliefs in der Architektur eingesetzt und in Gemälden, Zeichnungen und Buchillustrationen dargestellt. Als Skulpturen dienten sie oft zur Bekrönung von Dächern, Portalen und Pfeilern, als Reliefs wurden sie häufig als selbständige oder flächenfüllende Fassaden- oder Wanddekoration verwendet. Trophäenskulpturen standen allein oder wurden durch andere Figuren ergänzt, zum Beispiel durch Kriegsgefangene oder Putten. Die Waffen wurden oft ersetzt durch andere Gegenstände, zum Beispiel Musikinstrumente oder Handwerkszeug.