Tudor-Mythos
Der Tudor-Mythos bezeichnet als erstmals von E. M. W. Tillyard geprägter Begriff eine Tradition in der englischen Geschichte, Geschichtsschreibung und Literatur, die die Zeit des 15. Jahrhunderts, einschließlich der Rosenkriege, in England als ein dunkles Zeitalter der Anarchie und des Blutvergießens darstellt. Dieser Mythos diente dabei vor allem dem politischen Zweck, die Tudorzeit des 16. Jahrhunderts im Gegensatz dazu als goldenes Zeitalter des Friedens, des Rechts, der Ordnung und des Wohlstands erscheinen zu lassen.
- ↑ Vgl. E. M. W. Tillyard: Shakespeare’s History Plays. Chatto & Windus 1948, ISBN 978-0-7011-1157-1, S. 29–32, sowie Ulrich Suerbaum: Das elisabethanische Zeitalter. Reclam, Ditzingen 1989, ISBN 3-15-008622-1, S. 41–43.