U-Boot-Bunker in Lorient
Die U-Boot-Bunker in Lorient wurden während des Zweiten Weltkriegs im Auftrag der Wehrmacht unter Leitung der Organisation Todt (OT) gebaut. Im U-Boot-Krieg war der Hafen der französischen Stadt Lorient am Fluss Blavet, ca. 5 km von dessen Mündung in den Golf von Biskaya entfernt, von Juni 1940 bis August 1944 größter Stützpunkt für die U-Boote der Kriegsmarine.
Die Bunker wurden gebaut, um – gegen Bombardierungen geschützt – U-Boote reparieren und instand setzen zu können.
„‚Wie Autos in einer Garage laufen die U-Boote von der Feindfahrt hier ein, um sogleich ‚aufgebockt‘ und vom Turm bis zum Kiel überholt zu werden. Die Bunker sind zugleich Werft, ummauert und überdacht von stärkstem Beton. Mit den modernsten Maschinen, in konzentriertestem Arbeitsgang, für den alle Kräfte und Hilfsmittel vorhanden sind, werden die Boote wieder instandgebracht. […].“
Die Arbeiter waren u. a. Angehörige der deutschen Werft Bremer Vulkan, die u. a. in einem Barackenlager im 9 km entfernten Hennebont untergebracht waren, aber auch direkt in Lorient in einer Schule. Auch in der U-Boot-Reparaturwerft Brest waren 1943–1944 Arbeiter einer deutschen Werft eingesetzt.
Die Bunkeranlagen erstreckten sich über mehrere Komplexe. Sie unterschieden sich insbesondere durch zwei außergewöhnliche Konstruktionen von allen anderen durch die Deutschen errichteten U-Boot-Bunkern des Zweiten Weltkriegs:
- Die Slipanlage mit Drehscheibe und zwei sog. Dombunkern
- Die Aufschleppanlage mit Schiebebühne am Bunker Keroman I und II
Unmittelbar nach der französischen Niederlage besichtigte am 26. Juni 1940 der deutsche Befehlshaber der U-Boote Dönitz Lorient. In der Folge wurden die Entscheidungen zum Ausbau dieser und der vier anderen Basen für U-Boote getroffen. Die ersten beiden Kéroman-Bunker wurden bis Dezember 1941 fertiggestellt. Sie waren neben der U-Boot-Reparaturwerft Brest, Saint-Nazaire, La Rochelle und Bordeaux Teil des „Atlantikwalls“ und der „Atlantikschlacht“ an der frz. Atlantikküste (Handelskrieg mit U-Booten).
- ↑ Blick in den Atlantik. Im U-Boot-Bunker. In: Neues Wiener Tagblatt, 19. April 1942, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ Feldpost-Briefe von Rolf Chantelau, Archiv im Denkort Bunker Valentin
- ↑ Stefan Simons: Die U-Boot-Schrauber von Lorient. In: Spiegel Online. 9. Januar 2020, abgerufen am 18. Januar 2020.
- ↑ Frz. Marine-Museum ( la-flore.fr )