Ukrainische Helsinki-Gruppe
Die Ukrainische Helsinki-Gruppe (ukrainisch Українська Гельсінська Група, deutsch auch Ukrainisches Helsinki-Komitee) war eine ukrainische Nichtregierungs-Menschenrechtsorganisation, die am 10. November 1976, nach dem Vorbild der Moskauer Helsinki-Gruppe, von einer Gruppe von Dissidenten und Menschenrechtsaktivisten um Mykola Rudenko mit dem Ziel gegründet wurde, die Einhaltung der, auch von der Sowjetunion unterschriebenen Schlussakte von Helsinki in der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik zu beobachten und Menschenrechtsverletzungen zu beanstanden.
Die Gruppe war aktiv, bis alle Mitglieder 1981 in Gefangenschaft oder im Exil waren. Von den etwa 40 Mitgliedern wurden 27 von sowjetischen Behörden zu Strafen direkt für ihre Mitgliedschaft in der Gruppe verurteilt. Sie verbrachten insgesamt etwa 170 Jahre in Gefängnissen, Arbeitslagern, Psychiatrien und im Exil. Während der Perestroika kamen zahlreiche Mitglieder der Gruppe frei und organisierten sich im Jahre 1990 in der unabhängigen Ukraine in der Ukrainischen Republikanischen Partei. Im April 2004 ging die Gruppe in der Ukrainischen Helsinki-Menschenrechtsvereinigung auf.
- ↑ Mykola Rudenko auf olexa.org.ua, abgerufen am 24. März 2015
- 1 2 Ukrainische Helsinki-Menschenrechtsvereinigung, abgerufen am 24. März 2015
- ↑ Andreas Kappeler: Kleine Geschichte der Ukraine. C.H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-67019-0, S. 244.