Ullstein-Kriegsbücher
Die Ullstein-Kriegsbücher waren eine zu ihrer Zeit populäre, unkritische Buchreihe über den Ersten Weltkrieg, die im Taschenbuchformat in den Jahren von 1914 bis 1918 während des Ersten Weltkriegs im Ullstein-Verlag in Berlin herausgegeben wurde.
Die Reihe ersetzte die zwischen 1911 und 1914 im Verlag erschienene Reihe der Ullstein-Jugendbücher. Die Reihe der Ullstein-Kriegsbücher umfasste 42 Bände.
Die Reihe umfasste beispielsweise auch Ludwig Ganghofers propagandistische Kriegsberichte (Reise zur deutschen Front, Die stählerne Mauer, Die Front im Osten, Der russische Niederbruch). Neben Berichten von Kriegsberichtserstattern (Ganghofer, Bartsch, Roda Roda, Strobl) erschienen auch Erinnerungen von Kriegshelden, wie der „berüchtigte Rote Kampfflieger“ (Sigurd Paul Scheich) von Rittmeister Manfred Freiherr von Richthofen (zum Preis von 1 Mark).
Zu den besonderen Umständen des Edition der Ullstein-Kriegsbücher wurde angemerkt:
„Der Kriegsbeginn war nicht nur das Ende der beliebten gelben Ullstein-Bücher, sondern auch der Beginn der Ullstein-Kriegsbücher. Da durch den Krieg die Geschäftsverbindungen mit England unterbrochen waren, wurden die Bücher jetzt in der eigenen Druckerei mit einer Komplettmaschine hergestellt.“
Während der Kriegsjahre waren im Verlag auch die Reihen „Männer und Völker“ und „Die fünfzig Bücher“ entstanden.
Die folgende Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Aktualität oder Vollständigkeit:
- ↑ Auch in der Schreibung Ullstein-Kriegs-Bücher oder Ullstein Kriegsbücher (d. h. ohne Bindestrich).
- ↑ Ernst Fischer, Stephan Füssel: Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert. Band 2: Die Weimarer Republik 1918 - 1933. Teil 2, Band 2, Teil 2, 2012, S. 59
- ↑ Wikisource (Ludwig Ganghofer) führt unter Der russische Niederbruch die folgenden drei Titel auf: Die Befreiung Galiziens (1916), Die Eroberung Polens (1916) und Die Front im Osten (1915).
- ↑ Über die Häme und vernichtende Kritik, mit der Karl Kraus zwischen 1915 (Nr. 406 der Fackel) und März 1925 (Nr. 679 der Fackel) immer wieder auf Ganghofers Rolle als Berichterstatter zurückkam, vgl. Gertrud Maria Rösch: Schreiben als Kriegsarbeit: Ludwig Ganghofer als Berichterstatter im Ersten Weltkrieg (monacensia-digital.de). - Zu Ganghofer und seiner Kriegslyrik siehe auch Die letzten Tage der Menschheit von Karl Kraus.
- ↑ Zu Roda Roda und Karl Kraus, vgl. textlog.de: Zur Affäre des »Feldherrnhügels«. - Seine „Schnurre in drei Akten“ Der Feldherrnhügel hatte Roda Roda [d. i. Sándor Friedrich Rosenfeld] zusammen mit Carl Rössler geschrieben.
- ↑ Digitalisat (Exemplar der Studienbibliothek Linz mit nationalsozialistischem Stempel)
- ↑ Sigurd Paul Scheich: Humor in der Kriegsberichterstattung. Roda Roda und Ludwig Ganghofer im Ersten Weltkrieg, S. 237 ff., in: Barbara Korte, Horst Tonn (Hrsg.): Kriegskorrespondenten: Deutungsinstanzen in der Mediengesellschaft. Wiesbaden 2007; hier S. 246.
- ↑ Monika Estermann und Stephan Füssel: Belletristische Verlage, in: Georg Jäger, S. 291 (im Abschnitt: Verlage im Ersten Weltkrieg)
- ↑ vgl. Daniela Völker: Das Buch für die Massen: Taschenbücher und ihre Verlage. 2014, S. 154.
- ↑ Angaben zu den einzelnen Bänden nach grensland-docs.nl (teilweise modizifiert anhand von Angaben im Katalog der DNB)