Trema

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Diakritische Zeichen
Bezeichnung Zeichen
Akut, einfach
Akut, doppelt
  
Breve, darüber
Breve, darunter
  
Cedille
Cedille, darüber
  
Gravis, einfach
Gravis, doppelt
  
Haken
Hatschek
Horn
Komma, darunter
Koronis
Makron, darüber
Makron, darunter
  
Mittelpunkt
Ogonek
Punkt, darüber
Punkt, darunter
  
Querstrich
Ring, darüber
Ring, darunter
  
diakritischer
Schrägstrich
Spiritus asper
Spiritus lenis
  
Tilde, darüber
Tilde, darunter
  
Trema, darüber
Trema, darunter
  
Zirkumflex
Ää Ëë
Ïï Öö
Üü Ÿÿ

Das Trema (altgriechisch τρῆμα trêma „Bohrloch, Punkt [des Würfels]“; Plural: Tremas oder Tremata nach dem griechischen Plural τρήματα trémata; neugriechisch διαλυτικά dialytiká [Neutrum Plural]), auch Zweipunktakzent, ist ein diakritisches Zeichen in Form zweier horizontal angeordneter Punkte über oder unter einem Buchstaben.

Das Zeichen wird in den Orthographien verschiedener Sprachen unterschiedlich verwendet. Allgemein hat es zumeist die phonetische Funktion, eine veränderte Aussprache anzuzeigen. Im engeren Sinne bezeichnet Trema auch dessen Funktion als Trennungszeichen zur Kennzeichnung einer Diärese. Deshalb wird das Trema oft Diärese genannt.

In einigen Alphabeten ist das Tremazeichen typografisch fester Bestandteil von eigenständigen Buchstaben. So markieren im Deutschen die Umlautpunkte über den Vokalbuchstaben ‹a›, ‹o› und ‹u› eine vom Basisvokal abweichende, vordere Aussprache – den Umlaut. Die Sprachwissenschaft ordnet die Umlautbuchstaben ‹ä, ‹ö und ‹ü dabei als komplexe Grapheme ein, die formal aus einem Basisvokalbuchstaben plus einem Trema aufgebaut sind. Sprachhistorisch erklärt sich die Herkunft dieser Buchstaben daher, dass ein über den Vokal gestelltes ‹e› aus schreibökonomischen Gründen zu zwei Punkten reduziert wurde.

Im Internationalen Phonetischen Alphabet zeigt das Trema die zentralisierte Aussprache an (IPA-Nummer 415).

  1. Benennung und Buchstabier-Ansagewort laut DIN 5009:2022-06.
  2. 1 2 Helmut Glück, Michael Rödel (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 5., aktualisierte und überarbeitete Auflage. J.B. Metzler, Stuttgart 2016, S. 723.
  3. Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 2., völlig neu bearbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 1990, ISBN 3-520-45202-2, S. 808.
  4. Mathilde Hennig (Hrsg.): Duden - Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle. Richtiges und gutes Deutsch (Duden Band 9). 8. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-411-04098-8, S. 919.
  5. Trema, in: DWDS - Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Abgerufen am 25. Februar 2023.
  6. Karsten Rinas: Trema. In: Stefan J. Schierholz et al. (Hrsg.): Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK) Online. Walter de Gruyter, 2013 (degruyter.com).
  7. 1 2 Karsten Rinas: Umlautbuchstabe. In: Stefan J. Schierholz et al. (Hrsg.): Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK) Online. Walter de Gruyter, 2013 (degruyter.com).
  8. Martin Neef: Die Graphematik des Deutschen. Walter de Gruyter, 2005, ISBN 3-484-30500-2, S. 39 (degruyter.com).
  9. Beatrice Primus: Strukturelle Grundlagen des deutschen Schriftsystems. In: Ursula Bredel, Astrid Müller, Gabriele Hinney (Hrsg.): Schriftsystem und Schrifterwerb. Walter de Gruyter, 2010, ISBN 978-3-11-023224-0, S. 9, 16.